| Ich war mitten in
der Nacht wach geworden. Durch das offene Schafzimmerfenster
blies ein empfindlich kalter Wind und trieb den Regen vor
sich her. Vor dem Fenster hatte sich bereits eine kleine Lache
gebildet die aber, da ich vor einigen Wochen eine neue Versiegelung
auf dem Holzboden anbrachte, keinen Schaden anrichtete. Ein,
achtlos fallen gelassenes, Handtuch diente als Lappen und
nachdem ich eiligst das Fenster geschlossen hatte, wischte
ich damit den Boden trocken. Mich fröstelte.
Ich sah kurz auf den Wecker, stellte beruhigt fest, dass es
sich noch lohnen würde wieder ins Bet zu kriechen, 3:22
Uhr, und schaltete das Licht wieder aus.
Ich kroch unter die Leinendecke und schüttelte mich in
einem kurzen Kälteschauer.
Ich machte die Augen zu, und wartete, dass mich der Schlaf
wieder einfangen und in den Traum zurückbringen würde,
den der kalte regennasse Wind so jäh unterbrochen hatte.
Ich versuchte mich an die letzten Momente des Traumes zu erinnern
um einen Anknüpfungspunkt für den neuen Traum zu
schaffen, ein Ritual, mitgenommen aus der Kindheit. Immer
wenn ich aus einem Traum erwachte, der mir ein wohliges Gefühl
bereitet hatte, wünschte ich diesen am nächsten
Abend weiterzuträumen und dazu versuchte ich mir das
Ende zu merken um damit einen neuen Anfang zu schaffen. Das
war, so weit ich mich erinnern kann, ein Rat meiner Mutter
gewesen. Ob es jemals funktionierte kann ich nicht mit Bestimmtheit
sagen, doch es gab mir zumindest das Gefühl, die Hoffnung,
ich könne Einfluss nehmen auf das was ich träumte.
Wenn ein Traum erschreckend gewesen war, versuchte ich mir
am nächsten Abend, vor dem Schlafen, schöne Dinge
vorzustellen. Eisessen mit Papa, Opa im Schach besiegen, die
Riesenrutsche im Schwimmbad von der obersten Luke benutzen
dürfen, eine eins in Mathe kriegen und andere Wünsche,
die zum Zeitpunkt da sie auftauchten unerfüllbar schienen.
Den Traum füttern nannte ich das. Doch das Traumfüttern
war schwieriger geworden. Und dies nicht erst seit ein paar
Tagen. Die Riesenrutsche im Schwimmbad hatte ihren Reitz verloren,
Opa war vom Krebs Schach Matt gesetzt worden und das Eisessen
mit Papa bedeutete mehr Pflicht als Vergnügen. Nur die
Eins in Mathe würde wohl ein ewig unerfüllbarer
Traum bleiben.
In meinem Traum war ich einen Strand entlang gelaufen. Der
Boden gab bei jedem Schritt unter meinen Füßen
nach und die schaumigen Ausläufer des salzigen Meeres
umspülten meine Zehen und füllten die Vertiefungen
die ich hinterließ mit neuem Sand, den sie vor sich
hertrieben. Das Licht war hell und klar und ich fühlte
eine wohlige samtene Wärme auf meiner Haut.
Jeder Meter der unter meinen Füßen vorbeirauschte
brachte mich näher und immer näher an das heran
was ich zu erreichen hoffte, dort, vor mir, in der gleißenden
Sonnenflut umhüllt von einem Nebel aus Licht…
Ich wusste es war etwas gewesen wonach ich mich sehnte und
nun versuchte ich in der dunklen Kühle meines Zimmers
diesen Moment wieder heraufzubeschwören um die letzten
Schritte tun zu können.
Ich freute mich Vadim zu sehen. Ich ließ den Rucksack
zu Boden fallen und ging auf ihn zu. Er schien etwas verlegen
und sah mir unsicher in die Augen. Zögernd nahm ich
ihn in den Arm und dann, als ich keinen Widerstand spürte,
drückte ich fester zu.
„Schön dich zu sehn“, flüsterte ich
ihm ins Ohr. Über Vadims Schulter hinweg sah ich Timo
am Herd hantieren.
„Ich krieg keine Luft mehr“, keuchte Vadim und
drückte mich spielerisch zur Seite.
„Wenn er zu anhänglich wird“, mischte Timo
sich ein, „sag mir Bescheid. Ich geh dann. Ihr wisst
ja ich find so was eklig!“
„Sprach der Troll und erstarrte zu Stein“, frotzelte
Vadim und seine Unsicherheit, als er mich mit einem zaghaften
„Hallo“ begrüßt hatte, schien wie
weggeblasen.
Timo drehte sich um und schleuderte einen Spüllappen
in unsere Richtung, der aber sein Ziel verfehlte und mit
einem satten Platschen am Türrahmen landete, scheinbar
einen Moment unschlüssig darüber was er nun tun
solle, verharrte, um dann der Schwerkraft doch nachzugeben.
Vadim hatte sich nun gänzlich aus meiner Umarmung gelöst
und bückte sich nach dem Lappen.
„Das würde ich nicht tun“, warnte Timo
den Freund und zeigte dann in meine Richtung.
„Was soll ich nicht tun?“
„Dich bücken“, antwortete Timo mit einem
verschwörerischen Unterton. „Alex is rattig der
lässt sich sogar schon von Frauen anbaggern!“
Vadim sah mich verständnislos an.
„Hä?“
„Babsi heißt sie!“ Timo genoss die Ratlosigkeit
Vadims, der ganz offensichtlich nicht begriff, wovon er
redete.
„Apropos Babsi“, brachte ich nun meinerseits
ein Geschütz in Stellung.
„Sie steht nicht auf hübsche Jungs, ich bin ihr
zu gut aussehend, intelligent, nett, mutig. Sie mag eher
etwas übel riechende Gnome. Ich soll dir ihre Telefonnummer
geben.“ Dabei war ich in die Diele gegangen hatte
Barbaras Zettel aus der Seitentasche meines Rucksacks genommen
und ihn dem überraschten Timo in die Hand gedrückt.
Vadim sah uns nun beide etwas ratlos an.
„Aufklärung?“ bat er.
„Also du kennst doch Bienen und Blümchen?“
Timos Überraschung hatte seinen Übermut nicht
lange außer Gefecht gesetzt.
„Danke“ Vadims gespielte Verärgerung hätte
ihm definitiv keine Rolle beim Theater eingebracht.
Wir lieferten die Erklärung für unser kleines
Spielchen.
Es dauerte eine Weile bis wir uns wieder beruhigten. Die
Anspannung der letzten Tage, die Unsicherheiten und Ängste,
die jeder von uns mit sich herumgetragen hatte, machten
Platz für einige Momente Entspannung und Glück.
Ja Glück. Ich war glücklich. Vadim neben mir zu
wissen war ein unbeschreibliches Gefühl. Ich nutzte
jede Gelegenheit ihn zu berühren.
In der Zwischenzeit hatte Timo das Essen bereitet. Den geschmacklichen
Erfolg seiner letzten Küchengroßtat vor Augen,
diente ihm diese als Vorlage. Mangels Vorhandenseins hatte
er den Reis durch Nudeln ersetzt, deren eher matschige Konsistenz
dem ganzen Gericht dann doch eine fragwürdige Note
verlieh.
Es war mir egal. Ich aß als habe Bocuse selber den
Löffel geschwungen.
Das Abspülen hatte Timo uns beiden überlassen.
„Ich geh mal einen Moment in mein Zimmer. Muss noch
was erledigen“, hatte er eher beiläufig mitgeteilt,
war aufgestanden und hatte seinen halbvollen Teller auf
die Spüle gestellt.
Vadim und ich warfen uns wissende Blicke zu.
„Vergiss dein Handy nicht“, raunte Vadim ihm
hinterher.
„Den Zettel mit Babsis Nummer hast du doch?“
Ich erwartete nicht wirklich eine Antwort.
„Dämliche Schwuchteln“, kam seine Retourkutsche
während die Tür zu seinem Zimmer geräuschvoll
ins Schloss fiel.
Vadim grinste mich fröhlich an. Dann senkte er seinen
Blick und stocherte mit der Gabel im Essen herum.
„Gut das er nicht in der Gastronomie arbeitet“,
kommentierte er etwas nachdenklicher wirkend, Timos Kochkünste.
Ich nickte.
„Ich hab über Vieles nachgedacht“, klang
seine Stimme nun ernst.
Ich erwartete er würde weiter reden, doch Vadim ließ
eine Pause entstehen.
Ich schob den Stuhl zur Seite der meinen Beinen als Ablage
gedient hatte und setzte die Füße auf den Boden.
Ich wandte mich ihm ganz zu, griff über den Tisch nach
seiner Hand und führte sie ohne zu zögern an meinen
Mund.
Ich küsste seine Fingerspitzen und schloss die Augen
dabei. Sanft streichelte er meine Lippen.
„Bleibst du heute Nacht hier?“ flüsterte
ich.

Die Tür zu meinem Zimmer wurde einen Spalt geöffnet
und Vadim drückte sich hindurch, schloss sie hinter sich
und mit einigen schnellen Schritten stand er neben meinem
Bett und kletterte ohne zu zögern unter die Decke. Ich
erschauerte als sein ausgekühlter nackter Körper
sich an mich kuschelte und nach Wärme verlangte. Einen
Moment lang genoss ich die zitternde Umarmung, dann drehte
ich mich zu ihm hin. Das fahle Licht der Straßenlaterne,
drang durch das unverhüllte Fenster herein und spiegelte
sich in Vadims Augen, erhielt durch diese einen Glanz der
für mich wie das Funkeln von Sternen war.
„Blöd dass du wieder wach bist. Musst morgen so
früh raus“.
Ich war froh, dass er das nicht ernst meinte, denn im nächsten
Moment drückten sich seine Lippen auf die Meinen. Wir
küssten uns. Durch die halb geöffneten Münder
trafen sich unsere Zungen, erst zart, fast nur ein Hauch von
Berührung, dann immer verlangender, sich umschlängelnd.
Ich drehte mich auf den Rücken, zog ihn mit mir. Sein
ganzer Körper lag über mir. Mit beiden Armen hielt
ich ihn umschlungen, dann löste ich den Griff und meine
Hände wanderten über seinen Körper. Die Schultern,
den Rücken entlang wanderten sie nach unten. Wir drehten
uns wieder und noch immer küssten wir uns voller Verlangen.
Ich löste meinen Mund von Vadims Lippen und küsste
seine Augen, die Wangen und wieder trafen sich unsere Lippen.
Meine Hände berührten seine Brustwarzen, ganz zart
nur und doch erschauerte er unter der Berührung. Ich
rutschte tiefer. Ich küsste sein Kinn, seinen Hals, die
weiche Haut oberhalb der Brustwarzen. Vadim stöhnte,
er wand sich unter meinen Berührungen.
Meine Zunge spielte mit seinen Brustwarzen, ich legte meine
Lippen darüber, nahm sie ganz in den Mund, vorsichtig
berührten die Ränder meiner Zähne die empfindlichen
Spitzen und wieder dieses Erschauern. Ich rutschte wieder
etwas tiefer, spürte seinen erigierten Penis an meiner
Brust, leckte an seinem Bauch. Dann lag ich mit meinem Kopf
auf seinem Oberschenkel. Meine Hand umschloss sein Glied.
Vadim hatte seinen Oberkörper aufgerichtet, stützte
sich auf den Ellbogen ab und lächelte mich an. Ich erwiderte
das Lächeln, legte dann meinen Kopf wieder auf seinen
Schenkel und zog die Vorhaut langsam ganz zurück, bis
seine Eichel freilag.
Mit einer kleinen Bewegung brachte ich meinen Kopf über
seinen Penis, meine Zunge berührte sanft die Öffnung,
ich genoss den feuchten klebrigen Saft, der einen kleinen
Tropfen gebildet hatte. Meine Lippen stülpten sich über
seine Eichel, während meine Zunge weiter gierig in kreisenden
Bewegungen die zarte Haut an der Spitze massierte.
Vadim ließ sich wieder zurückfallen, er stöhnte
leise aber vernehmbar, als ich seinen Penis immer weiter in
meinen Mund schob. Sein Becken drückte nach oben.
Mein Kopf bewegte sich nun rhythmisch auf und ab und bei jeder
Bewegung verließ der Penis für einen Moment meinen
Mund um dann wieder aufgenommen zu werden. Vadims Stöhnen
wurde lauter. Für einen Moment hielt ich meinen Kopf
still, bewegte mich nicht, leckte nur am Schaft seines steifen
Gliedes, um ihn dann erneut in den Mund zu nehmen und mit
einem erregten Stöhnen belohnt zu werden. Sein Becken
bewegte sich heftiger, schneller und drängender. Ich
spürte er stand kurz vor seinem Orgasmus.
„Ich komme“ stöhnte er zur Warnung doch ich
überhörte es. Ich wollte ihn ganz. Intensiver wurde
das Lecken meiner Zunge.
„Alex“, stiess er hervor und im nächsten
Moment spürte ich wie eine warme Flüssigkeit sich
in meinen Mund ergoss. Ein Schub, dann noch einer und noch
einer und bei jedem Mal füllte sich mein Mund mehr mit
seinem Saft. Er schmeckte leicht salzig , klebrig. Vadim stöhnte
noch immer und in kleinen Spasmen floss immer noch jedesmal
etwas Sperma in meinen Mund. Ich ließ den Saft aus meinem
Mund fließen, er rann über mein Kind und floß
dann zwischen Vadim Beinen, über seine kleinen festen
Hoden auf die Bettdecke. Ich legte meinen Kopf wieder auf
seinen Oberschenkel und sah zu wie sein Penis langsam kleiner
wurde, wie sich die Vorhaut wieder über die Eichel stülpte
und wie die letzten Reste seines Orgasmus wie ein dünner
Faden nach unten rannen. Ich streichelte sanft seine Hoden.
Minuten lagen wir so da, schweigend, müde und glücklich.
Ich rutschte wieder nach oben. Ich hatte immer noch ein klebriges
Gefühl im Mund.
„Ich geh kurz ins Bad“, sagte ich und küsste
ihn auf die Wange.
„Lass mich nicht zu lange allein!“
„Keine Angst!“
„Ich hab keine Angst mehr, Alex! Nicht mehr!“
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