| Charlston
16 - Thanksgiving IV oder Charlies Sicht.
„Charlie, ... willst du ... bitte, Charlie ... bitte
heirate mich.“, ich konnte es kaum verstehen und doch
wusste ich sofort was er sagte. Der Moment nach der Frage,
er rührte sich nicht, blieb dort an meinem Ohr, ich stand,
hielt die Koffer, die mir so schwer wurden, ich hielt sie
fest, musste mich irgendwo halten. Mein Herz setzte einen
Schlag aus, als ich ihn roch, so nah an mir. Es setzte immer
einen Schlag aus, wenn Dan in meiner Nähe war, jedes
Mal. Ich liebte dieses Gefühl, dass er mit seiner Anwesenheit
in mir formte. Ich liebte ihn so sehr. Ich hatte ihn vermisst,
wir waren anderthalb Tage getrennt, das erste Mal übrigens,
seit wir zusammen sind, und ich vermisste ihn so sehr, dass
mein Herz blutete.
Dans Eltern sind klasse, als sie am Mittwoch Abend zurück
kehrten, erklärte ich ihnen alles. Wir saßen beisammen,
lernten uns kennen. Mit jeder Sekunde wusste ich, dass ich
Sabeth und Peter mochte. Mit jeder Sekunde wurde ich neidischer
auf Dan, dass er solch tolle Eltern hatte. Sie liebten ihren
Sohn wirklich und taten nicht nur so. Mein Vater hat mich
nie geliebt. Der Mann war zu beschäftigt um zu sehen,
dass ich nicht der Sohn war, den er sich wünschte. Meine
Mutter wusste es lange. Sie hat es mir geschrieben, den einzigen
Brief, den ich bekam. Sie wusste es, sie wusste, dass mein
Vater mich raus schmeißen würde. Und als er mich
dann an diesem Abend fand, ich konnte es nicht länger
zurückhalten. Ein Dementi wäre überflüssig,
er fand mich und einen Mann, den ich erst kurz kannte, küssend
auf der Türschwelle. Ich hatte nie jemanden mit zu mir
genommen und dieses eine Mal sollte mir zum Verhängnis
werden. Mein Vater warf den Kerl raus, mich schleifte er an
den Haaren in mein Zimmer, kommandierte ich hätte fünfzehn
Minuten, dann sollte ich verschwunden sein. Mein Vater war
nie so ehrlich zu mir, ich schrie ihn an, packte meinen Rucksack
und war fort. Meine Mutter eilte mir zum Auto nach, und gab
mir den Brief. Ihr Gesicht war Tränen überströmt,
küsste mich und wünschte mir alles Gute.
Ich wollten den Brief nicht lesen, tat es später aber
doch. Meine Mutter schrieb, dass sie es lange wusste, dass
ich schwul bin. Sie sagte, sie habe vor Jahren ein Schließfach
eingerichtet, darin befände sich Geld, Papiere und ein
Handy. Ich holte alles ab, hinterließ einen Zettel,
auf dem „Danke“ stand und verschwand. Das Handy
habe ich bisher nie eingeschaltet. Es liegt in meiner Nachttischschublade.
Diese Geschichte fiel mir in jenem Augenblick ein und alle
Sinne in mir sehnten sich nach der Stimme meiner Mutter, ich
wollte nichts mehr, als ihr von dieser Sekunde erzählen.
Ihr sagen, dass ich glücklich bin, dass sie mich glücklich
gemacht hatte. Ihr Verständnis, ihre Liebe. Ich hatte
seit Jahren nur Abhängigkeit gekannt. Ich war abhängig
von Raphael und von seiner Art der Zuneigung. Doch dann traf
ich Dan, ich wollte, dass es etwas Gutes wird. Und es wurde
etwas gutes, nein, es wurde besser. Dan wurde mein Leben,
ich hatte Monate nicht an meine Familie gedacht. Doch in diesem
Moment fiel mir der Brief ein, der Brief, das Handy und das
Geld, dass ich nie benutzt hatte. Ich wollte nicht von meiner
Mutter abhängig sein, ich fühlte mich von ihr betrogen.
Aber ich behielt die Sachen aus dem Schließfach. Ich
weiß nicht warum.
Dan war alles, was mir etwas bedeutete. Er war mein Leben,
die Person mit der ich für immer alles teilen wollte.
Aber er wusste nichts von Mutter, vom Geld, dem Handy. Er
wusste nichts über mich, weil ich es ihm nie sagte. Ich
wollte nicht, dass mein bescheuerter Vater alles zerstörte,
was in drei Jahren zu meinem eigenen Leben geworden ist. Ich
hatte genug Geld, um auf die Uni zu gehen, ich arbeitete für
die Studiengebühren, ich hatte Dan. Dan, mein Freund,
meine Liebe. Alles was ich jemals wollte hatte ich.
Als ich Dan damals das erste Mal küsste, an diesen Moment
dachte ich ebenfalls, das war, als würden alle meine
Wünsche wahr werden, ich hatte eine solche Angst, dass
das alles nicht wahr sein würde, dass das alles ein Spiel
ist. Aber ich wusste, als er in mein Zimmer kam und mich wieder
küsste, als ich spürte, wie nervös er war,
wie zerbrechlich und unerfahren. Da wusste ich, dass er nicht
mit mir spielte. Ich liebte ihn, seit ich ihn das erste Mal
sah, ich wusste es nur nicht. Und in dem Augenblick, wo er
mich umschlang, seinen Körper an mich drückte, nach
dieser wunderschönsten ersten Nacht, da wusste, ich,
dass ich nie mehr ohne ihn sein wollte.
Dan ist jünger als ich, fast vier Jahre. Ich hatte bisher
keinerlei Erfahrung mit jüngeren Männern. Generell
nicht mit Männern wie Dan. Er war kleiner, schwächer,
zerbrechlicher. So sah ich ihn, aber er war viel stärker,
als mein erster Eindruck. Er hat ein einfaches Leben gehabt,
und doch war er auf dem Boden der Tatsachen, nicht angehoben.
Ich kannte nur Männer, die mich für irgendetwas
brauchten und wenn ihnen langweilig mit mir wurde, durch jemand
oder etwas anderes ersetzten. Männer, die mir beim Sex
weh taten, die nie ein freundliches Wort einzig aus Liebe
für mich übrig hatten. Sie wollten, dass ich ihnen
diente, ihnen das gab, was sie wollten. Die Krönung war
Raphael, dem ich verfallen war. Aber das ist eine andere Geschichte
und ich verdrängte den Gedanken. Ich wollte nur an die
guten Sachen denken.
Dans unschuldige Augen, sein wundervolles Lächeln und
wie bei jeder neuen Sache, die wir zusammen taten, die Stimme
zitterte, er stotterte und so unglaublich liebevoll war. Wir
er Angst hatte mir weh zu tun. Niemals hatte jemand Angst,
mir weh zu tun. Niemals. Meine Gefühle für ihn waren
echt, nichts war gestellt, vorgetäuscht. Ich liebte ihn,
und ich bin sicher, ich würde Lucas auch lieben.
Ein Kind, so schnell ein Kind. Ich meine, es ist ja nicht
so, dass ich nie daran gedacht hätte irgendwann einmal
mit Dan eine Familie zu haben, vielleicht ein Kind adoptieren.
Ich habe es mir einige Male vorgestellt, wenn er wieder in
meinen Armen eingeschlafen war, leise schnarchte, sein wunderschönes
Gesicht, seine Finger auf meiner Brust, sein Kopf an meiner
Schulter. Ich habe ihn angesehen und ihn mit Kindern gesehen.
Ich habe ihn auf einer Veranda stehen sehen, unserer Veranda.
Unser Haus, unser Leben. Aber wir waren erst ein halbes Jahr
zusammen, ein halbes Jahr, das das glücklichste meines
Lebens war. Ein halbes Jahr, dem noch viele halbe Jahre folgen
sollten, einige zumindest, bevor ich auch nur an eine Familie
mit ihm dachte.
Ich weiß, dass er Jamie für immer lieben wird,
auch wenn er es sich selbst nicht eingesteht, wenn er es nicht
weiß. Wie er von ihr spricht, wie er reagierte, als
er von ihrem Tod erfuhr. Und zuletzt, wie er Lucas ansah.
Wie er da saß, das Kind an den Händen, lächelnd.
Lucas sah ihm so ähnlich, ein aufgewecktes Kind, wie
ich erkennen konnte. Ein lieber Junge, ein vertrauenerweckender
Mensch, genau wie Dan. Ich hatte in diesem Moment Angst, riesige
Angst. Ich wusste nicht, wie es weiter gehen sollte. Wie ein
Kind in unsere Planung, in unser Leben passen sollte. Ich
wusste nicht, ob ich überhaupt bereit für so etwas
war.
Darüber dachte ich nach, die ganze Zeit, als er vor
mir stand, weinend. Wie ich es hasste und liebte ihn so verletzlich
zu sehen. Wie er mich anflehte, etwas zu sagen. Ich wusste,
als er mir in die Augen blickte, dass er nur Gutes im Sinn
hat. Auch wenn dort irgendwo etwas war, dass er mir nicht
sagen konnte, warum sonst hätte er seinen Blick abwenden
sollen und wäre rot geworden, als er vor mir stand und
ich nichts sagte, außer zu starren?
Irgend etwas sagte er mir nicht, aber darüber fiel mir
kein Urteil zu. Ich hatte jetzt für ihn da zu sein, wie
er für mich da war. Ich wusste, dass da bald Marthas
Baby sein würde, aber das wäre nicht unser Kind
gewesen. Nun gut, Lucas ist auch nicht mein Kind, aber wenn
Dan will, dass wir zusammen ziehen, dann habe ich viel Kontakt
zu ihm. Ich wünschte mir, dass Lucas mich liebte, denn
ich liebte ihn schon jetzt. Auch wenn ich es noch nicht wusste.
Lucas ist das, was mir immer fehlte. Ein Kind, das ich so
anders behandeln würde können, als mein Vater mich
behandelte.
Jetzt würden wir umziehen. Ich könnte das Geld
meiner Mutter nutzen. Es war eine Menge Geld. Fast neunzigtausend
Doller. Das Geld, das sie mir gab, damit ich glücklich
werde. Und das war, was mich glücklich machen würde.
Ich freute mich, dass Dan mit mir in eine eigene Wohnung ziehen
würde. Ich freute mich, dass er Martha die Wohnung geben
wollte. Ich war so glücklich, ich wollte nach Hause.
Ich wollte essen, mit ihm zusammen sein. Mit ihm alles bereden,
ihm von dem Geld erzählen. Und ein kleiner Teil von mir
wollte das Handy benutzen. Wollte der Mutter sagen, dass ich
das Glück gefunden hatte.
Ich griff also nach den Taschen, wollte schnell zum Auto.
Dann rief Dan mich zurück. Ich glaubte, er wollte mich
noch einmal umarmen, mich endlich küssen. Stattdessen
stand er vor mir, zog mich zu sich hinab und flüsterte
die Frage aller Fragen. Die Frage, die so oft schon durch
meinen Kopf geschwirrt war. Die Frage, für die ich nie
den richtigen Zeitpunkt und den Mut hatte finden können.
Er stotterte, redete so leise. Ich hörte ihn kaum.
„Charlie, ... willst du ... bitte, Charlie ... bitte
heirate mich.“
Ich dachte all dies, in einem so kurzen Moment. Ich schloss
die Augen, atmete tief ein, fühlte die schweren Arme.
Roch ihn, hörte ihn und sehnte mich nach seinen Lippen.
Ja, natürlich würde ich ihn heiraten. Natürlich
möchte ich den Rest meines Lebens mit ihm verbringen,
mit ihm, seinen tollen Eltern und Lucas. Seinem Kind. Dem
Kind, das ihm so ähnlich ist, aber doch so anders aussieht.
„Ja, ich will.“, flüsterte ich zurück.
Er war still, ich hörte ihn einatmen.
„Wirklich?“, fragte er, bewegte sich vor mich
und schaute mir ins Gesicht.
„Ja, Daniel, ja ich möchte dich heiraten.“,
ich ließ endlich die Taschen fallen, lehnte mich so
nah an ihn heran und er schloss die Augen kurz, schaute mich
an. Jetzt würde ich ihn endlich küssen. Ich beugte
mich zu ihm hinunter, nahm sein Gesicht in meine Hände.
Betrachtete seines, wollte den Moment auskosten. Ich blinzelte,
dieses Mal war ich Derjenige, der weinte. Eine leise Träne
stahl sich über meine Wange als ich meine Lippen gegen
die seinen drückten, als ich seine Zunge empfing und
wir uns küssten. Ich drückte ihn so fest an mich,
ich wollte ihn nie wieder loslassen. Doch irgendwann endete
auch dieser Kuss.
„Komm, deine Eltern und dein Sohn warten.“, sagte
ich und er schnappte sich die leichtesten Koffer. Ich nahm
die anderen. Ich wunderte mich einen kurzen Moment, dass er
überhaupt so viele Koffer hatte, doch eigentlich war
das wohl normal, wenn man seinen Sohn mit nach Hause brachte.
Wir gingen schweigend. Das Auto stand eine ganze Weile vom
Flughafen entfernt. Die hatten sich wohl gedacht, dass die
Feiertage ganz gut sind um die in der Nähe liegenden
Parkplätze zu sanieren. Ich sah das Auto, Dan ebenfalls.
Es war der schwarze Audi, den wir nur fuhren, wenn es für
ein Taxi oder die U-Bahn umständlich war oder wenn es
zu später Stunde noch wohin gehen sollte und wir lieber
ganz alleine waren.
Peter wartete im Wagen, er hatte Lucas auf dem Arm. Sie spielten.
„Warte. Ich möchte, dass du es meinen Eltern sagst.
Warte aber noch bis zum Dessert.“, ich nickte.
Wir gingen zum Auto, verstauten die Taschen im Kofferraum
und setzten uns auf die Rückbank.
„Schau mal, Lucas. Daddy ist wieder da. Opi muss dich
jetzt nach hinten geben. Ja, Opi spielt nachher wieder mit
dir. Nicht weinen. Daniel, nimm ihm.“, ich nahm ihn
an und wollte ihm Dan geben. Opi?, dachte ich, was ist dass
denn für ein Wort?
„Nein, lass ihn auf deinem Schoß sitzen. Lucas,
das ist Charlie.“, er beugte sich zu mir und flüsterte
in mein Ohr: „Dein anderer Daddy.“ ich lächelte.
Sicher, darüber müssten wir später noch reden.
Wir müssten noch über so vieles reden. Auf einiges
freute ich mich, das meiste würde unangenehm werden.
Ich würde das Geld erklären müssen, die Situation
und Lucas klären. Aber ich freute mich darauf ihm zu
sagen, vielleicht auch zu zeigen, wie glücklich ich war.
Ich setzte Lucas auf meinen Schoß, schnallte ihn mit
mir an.
„Morgen müssen wir einen Kindersitz kaufen.“,
stellte ich fest. Dan nickte.
„Und noch einiges mehr.“
Lucas schaute seinen Daddy an. Daniel war erschöpft
gegen meine Schulter gesunken und lehnte sich dort an. Seine
Augen waren schwer. Sie fielen ihm fast zu. Und doch schaffte
er es mit Lucas etwas zu spielen. Lucas umfasste Charlies
Finger und lachte jauchzend auf. Ich musste ebenfalls lachen.
„Da ist mein kleiner Schatz aber ganz schön wach.“
Schatz?
Ich musste dringend ein paar Worte Deutsch lernen. Fluchen
kann ich ja, aber mehr auch nicht. Dan hatte immer englische
Worte gefunden, um mir zu schmeicheln. Honey, Love.
„Daniel, ich weiß zwar nicht was passiert ist,
aber ich hoffe du klärst deine Eltern auf. Ich bin gespannt
auf die Geschichte. Deine Mutter und ich werden dich sicher
unterstützen. Aber bitte setzte sie nicht so unter Schock,
wie du mich gschockt hast.“
„Und mich.“, ergänzte ich.
„Ich wusste nicht, was ich hätte sagen sollen.“,
murmelte Daniel an meiner Schulter. Er muss ganz schön
müde sein, schoss es durch meinen Kopf. Seine Augen fielen
ihm beinahe zu. Er hatte aufgehört mir Lucas zu spielen,
der ebenfalls an meine andere Schulter gelehnt seit ein paar
Minuten schlief. Nach weiteren fünf Minuten war auch
Dan an meiner Schulter eingeschlafen.
„Peter, sei ehrlich, was denkst du wirklich?, fragte
ich leise.
„Wirklich? Dass mein Sohn ein Idiot ist. Sex haben
und ein Kind zeugen. Er weiß doch wie man verhütet.
Ich bin ziemlich sauer. Aber ich glaube er ist jetzt alt genug,
um zu wissen, was auf ihn zukommt.“
„Ich glaube er ist schon lange alt genug.“
„Du hättest ihn früher kennen lernen sollen,
Charlie. Er war verwöhnt, hatte nichts im Kopf als Flausen.
Ständig redete er von Kunst, von New York. Er wollte
nicht zurück nach Deutschland. Er wollte hier bleiben.
Und dieses Kind zeugen.“
„Ich glaube, Peter, Daniel fühlt sich in Deutschland
nicht zu hause. Er ist hier aufgewachsen, er liebt sein Studium.
Und er liebt dieses Kind.“
„Ja, ich weiß. Charlie, versprich mir, dass du
ihm hilfst. Dass du für in da bist. Er schafft das alleine
nicht. Mit Geld ist nicht alles getan.“, er seufzte.
Ich atmete tief ein: „Peter, mach dir keine Sorgen.
Wir werden das schaffen. Ich liebe deinen Sohn. Ich liebe
ihn so sehr. Verrate es nicht, aber er hat mich gefragt, ob
er ... ob ich ihn heirate.“
Schweigen. Er fuhr weiter, die Straße entlang. Es hatte
zu schneien begonnen, große dicke Flocken. Er fuhr vorsichtig,
langsam.
„Wann?“, fragte er nach einer Weile.
„Gerade im Flughafen. Ich habe ja gesagt. Ich liebe
Dan so sehr. Und ich werde ihm helfen, seinen Sohn aufzuziehen.
Er kann sich auf mich verlassen. Ich liebe ihn.“
„Das ist gut.“, antwortete Peter knapp.
„Wirklich? Ich hatte damit gerechnet, dass du irgendwie
sauer bist. Dass Daniel mich heiratet und nicht diese Jamie.“
„Jamie ist nicht mehr. Jamie war immer der falsche
Umgang für ihn. Er mochte Jamie, weil sie so selbstbewusst
war. Weil sie all das war, was er nicht ist. Nicht war. Er
ist ganz anders, weißt du. Ich glaube er liebt dich
sehr. Ich danke dir dafür. Du hast aus meinem Träumer
einen Mann gemacht, der weiß, was im Leben zählt.
Ich glaube ihr seit ein glückliches Paar. Und ihr habt
meinen Segen. Was immer meinen Sohn glücklich macht,
macht mich glücklich. Charlie, du bist das beste, was
ihm je passiert ist.“, Peter schloss seine Rede und
drehte sich zu mir um. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte.
Ich wusste nicht, was ich denken sollte.
„Danke.“, sagte ich. Er wandte sich wieder der
Straße zu, wir fuhren noch eine ganze Weile, durch den
Schnee waren die Straßen vermatscht, ich schaute Daniel
und Lucas an. Die beiden Menschen, die mir so viel, alles
bedeuteten.
„Ich geh gleich nach Oben. Wecke Daniel schon einmal
auf. Er kann meinen Enkel selbst hoch tragen. Ich warne Sabeth
vor.“, Peter parkte, ich weckte Dan und Peter nahm zwei
der Koffer aus dem Kofferraum.
„Gib mir fünf Minuten, Charlie. Kommt dann gleich
hoch.“, ich nickte, Peter verschwand im Treppenhaus.
„Was denn los?“, fragte Dan verschlafen und müde.
„Hier, nimm Lucas. Peter meint, du sollst ihm deiner
Mamm vorstellen. Ich nehme die Koffer.“
Lange fünf Minuten verstrichen. Wir wartetenin der Kälte,
Daniel zitterte, er trug nur ein dünnes Hemd, die Jacke
wieder um Lucas geschlungen, der Seelenruhig an seiner Schulter
schlief.
„Daniel, komm. Wir gehen hoch.“
Wir standen vor der Türe, ich schloss auf.
„... da sind sie. Komm Sabeth, das musst du sehen.
Komm.“, ich stieß die Türe auf, da standen
sie, nebeneinander. Sabeth hatte einen vorwurfsvollen und
besorgten Blick. Daniel stand hinter mir. Ich nahm seine Hand,
sie war eiskalt.
„Mamm, bitte raste nicht aus. Ich wusste das nicht.“,
begann er zu erklären, „Mamm, ich bin .. also ich
und Jamie wir .. also das ist Lucas. Mamm, Lucas ist mein
Sohn.“ er stolperte in den Raum.
Stille. Sabeth stütze die Hände in die Hüften
und schaute entsetzt.
„Peter, und darüber machst du so einen Aufstand.
Ich soll mich besser setzen, so etwas lächerliches.
Ich wusste, dass Jamie schwanger ist.“, sie drehte
sich um und ging wieder in die Küche. „Kommt,
das Essen ist fertig.“
Da standen wir nun, Lucas noch immer schlafend.
Keiner sagte ein Wort. Ich glaube wir waren zu geschockt.

„Paa, nimm ihn.“, Daniel drückte Peter Lucas
in den Arm, „Und wehe einer von euch folgt mir jetzt.
Ich schwöre bei Gott, dann ist die Hölle los.“
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