| „Es war ein
Fehler, hier herzukommen“, dachte sich Sven Jungbaum
in dem Moment, als das Flugzeug in Köln/Bonn landete.
Nur fünf oder sechs Personen waren an Bord.
Auf dem Flughafen wartete niemand – keine winkende
Familien, keine Ehemänner, Ehefrauen, Geliebten, Freunde,
die sich auf ein Wiedersehen freuten.
‚Trotz der wenigen Leute ist es doch angenehm, hier
zu sein’, dachte sich Sven, der sich entschieden hatte,
das zu beenden, womit er begonnen hatte. Er hatte nur ein
kleine Tasche über der Schulter gehängt, somit brauchte
er auch keinen Kofferkuli. Und die Rückkehr zu seinem
Elternhaus war ihm, obgleich einsam, angenehm. Die Luft war
heiß, als er aus dem Flughafengelände ging.
‚Du weißt nicht was du willst, Sven.’ Er
erinnerte sich der Worte, der Worte seiner Mutter, von einer
Woche. ‚Weiß ich wohl’, hatte Sven geantwortet,
wütend.
Er sagte es jetzt wieder, während er ins Freie ging
und die Tasche auf seinem Rücken festzurrte. „Weiß
ich wohl“, sagte er noch mal.
‚Du wirst deine Entscheidung bedauern’, hatte
auch sein Vater vor einer Woche gesagt und dabei mürrisch
den Kopf geschüttelt.
Und so spielte er jetzt den ganzen Streit in Gedanken noch
mal durch. ‚Du bist erst neunzehn, hatte seine Mutter
geseufzt. ‚Du musst noch nicht wissen, was du willst.
Aber hör auf mich oder zumindest auf deinen Vater. Wir
wissen es besser.’ Sicherlich. Sie wussten es immer
besser. Sie wollten, dass mein großer Bruder, Mike,
Arzt wurde, und nun war er Assistenzarzt im Bonner Klinikum.
Sie wollten Julia, meine ältere Schwester, mit Bill verheiratet
sehen, und sie waren es. Sie wollten, dass Sven sein zweites
Jahr an der Uni Bonn begann (Pharmazie, Medizinische Fakultät)
– ein weiteres Jahr! Dann noch zwei! – Und dann
sollte er Manuela heiraten. Sie war die jüngste Tochter
einer befreundeten Familie. ‚Das mit der Uni ginge ja
noch. Aber eine Ehe mit Manu ist nicht vorstellbar’,
dachte Sven. Manu sah gut aus, aber Sven glaubte eben, dass
er schwul war. Na ja, er war 19 ½ Jahre alt, Erfahrungen
hatte er aber noch nicht. Aber die Situation wurde dadurch
auch nicht einfachen. Wie sollte er das seinen Eltern beibringen.
Eltern, die bereits seinen weiteren Lebensweg geplant hatten.
Vor einer Woche flüchtete er deshalb zu seinem Patenonkel
nach München. Sein Onkel Karl war der Bruder seiner Mutter.
Aber manchmal bezweifelter er dies. Denn sie waren sehr verschieden.
Und bei ihm fühlte er sich wohl.
Während all dieser Gedanken, war er auch schon an den
Bahngleisen. Schnell hatte er sich den nächsten Zug nach
Bonn herausgesucht. Der Zug ließ nicht lange auf sich
warten und während der Zugfahrt grübelte er weiter.
So gegen 15.00h kam Sven zu Hause an und schloss die Wohnungstür
auf. Die Wohnung war mit älteren, stilvollen Möbel
eingerichtet. Aber sein Geschmack traf das nicht. Auch die
Liegestühle auf der Dachteerasse fielen ihm auf.
Sven wusste nicht, ob seine Eltern vor der Abreise noch Lebensmittel
im Kühlschrank hatten, den sie waren Gestern für
drei Wochen in den Urlaub gefahren. Alles war aufgeräumt.
Junge, Junge, seine Eltern waren ganz schön pingelig.
Die kümmerten sich aber auch um jeden Dreck, wirklich.
Das Leben von Julia und Mike hatte sie bereits, jenseits jeglicher
Hoffnung, beeinflusst, zerredet und fest im Griff, dachte
Sven. Nun war er dran.
Wie friedlich es doch ohne Eltern hier war. Das Haus der
Familie Schneider auf der rechten Seite schien unbewohnt zu
sein. Es war Juli und sicher waren sie auf Reisen.
Und die Dachwohnung des Liebespaares auf der anderen Seite
schien noch bewohnt zu sein. Fensterläden offen, Vorhänge
zurückgezogen. Einige Gartenmöbel standen auf der
Dachterrasse. Wir nannten sie das Liebespaar. Aber natürlich
hatten sie Namen: Jonathan Richter und Christan Meurer. Svens
Eltern nannten sie nur das Liebespaar. Offen, ganz bewusst
und manchmal sogar herausfordernd. Und zwar so, das für
einen beschönigenden Ausdruck kein Platz war. Nicht <diese
netten Männer> oder <das Paar>, sondern nur
das Liebespaar.
Jonathan und Christian wussten dies und sie kamen mit dieser
sehr subtilen Art von Svens Eltern offensichtlich gut zurecht.
In diesem Moment bedauerte Sven, dass er das Liebespaar nicht
so gut kannte. - Wie könnte er herausbekommen, ob er
nun auf Männer stand oder auf Frauen. Natürlich
hatte Sven in den letzten Jahren gemerkt, dass er Jungs hinterher
schaute und nicht nach Mädchen. Natürlich wirkte
ein gutaussehender Junge anziehend auf ihn. Aber war es nur
deshalb wahr? Diese Frage konnte er nicht beantworten. Eigentlich
hatte er vor der Antwort sogar Angst. Sven wusste aber auch,
dass er diese Antwort brauchte. Er war 19 und er wollte endlich
seine sexuellen Erfahrungen machen.
Nur, wie sollte er es herausbekommen? Irgendjemanden fragen
‚Na, steigen wir zusammen mal in die Kiste?’ –
Oder... ?
Sven stieß den Gedanken erst einmal beiseite. Er inspizierte
den Kühlschrank. Der erste Blick zeigte ihm, dass er
wohl noch zum Supermarkt gehen müsste.
Jonathan wurde nach seinem Traum langsam wieder wach. Es war
15.20h. Er tastete nach Chris’ Seite im Bett. Sie war
leer. Erst da ist ihm wieder in den Sinn gekommen, dass Chris
längst in Landon angekommen war. Und in diesem Moment,
fühlte sich Jonathan einsam. Er erinnerte sich an ihre
letzte gemeinsame Nacht. Und innerhalb von Sekunden stand
sein Lümmel in den Shorts wie eine Eins. Langsam zog
er die Decke weg und streichelte mit geschlossenen Augen seinen
ganzen Körper. Sinnlich glitten seine Finger über
die Stellen, die Chris in der letzten Nacht so zärtlich
berührt hatte.
Sven blickte gerade vom Kühlschrank hoch, und in diesem
Moment sah er in das Zimmer im Nachbarhaus gegenüber.
Deutlich konnte er Jonathan Richter auf dem Bett liegen sehen.
Na ja, Jonathan war 28 Jahre alt, also 9 Jahre älter
als Sven. Aber dennoch hatte Jonathan einen schönen Körper.
Und um die Phantasien eines 19 jährigen Burschen zu wecken,
reichte es schon aus. Sven beobachtete Jonathan, als er sich
zärtlich streichelte und er spürte die Erotik in
Jonathans Bewegung. Sven hatte die geschlossenen Augen natürlich
bemerkt. Und so beschloss er, sich das unfreiwillig dargebotene
Schauspiel anzusehen.
Mit einer Hand zog sich Jonathan die Shorts herunter. Er
fasste an seinen steifen Prügel und fing an sich mit
langsamen Wichsbewegungen einen herunterzuholen. Gebannt schaute
Sven dem Geschehen zu. Dabei hatte er sich längst an
sein Beule gegriffen und massierte durch die Jeans seinen
Schwanz. Nach einer Minute öffnete Sven seine Hose und
ließ sie mit den Shorts auf den Küchenboden fallen.
Während diese Zeit, hatte er Jonathan ständig im
Auge behalten.
Jonathan begann mit immer schnelleren Bewegungen zum Höhepunkt
zu kommen. Und auch Sven gegenüber wichste seinen Schaft
mit schneller Wichsbewegungen. Jonathan gegenüber spreizte,
noch immer die Augen verträumt geschlossen, die Beine
und fuhr mit einem Finger über seine Rosette. Sven schaute
gebannt auf Jonathan und auch er tauchte langsam einen Finger
in sein rosiges, kleines Löchlein. Kaum geahnte Gefühle
stiegen in ihm hoch.
Sven stand in der Küche mit heruntergelassener Hose
und mit steifem Schwanz; und Jonathan lag mit geschlossenen
Augen nackt auf dem Bett mit einem steil aufgerichteten Prügel;
und beide schrubbten sich nun gleichzeitig die prallen Schwänze
und strichen dabei gleichzeitig mit ihren Fingern über
ihre Löcher.

Für Sven war das einfach zu viel. Mit einem
leisen Schrei schoss er seine Sahne in mehreren Schüben
an die Kühlschranktür. Einige Sekunden später,
erreichte gegenüber auch Jonathan seinen Höhepunkt.
Mit einigen Schüben pumpte er seinen heißen Samen
auf seinen Bauch und auf sein Gesicht. Mit einem erleichterten
Lächeln öffnete er seine Augen. Sven hatte gegenüber
in der Küche noch Zeit, in Deckung zu gegen. Dennoch
glaubte Jonathan für einen Augenblick, im Haus gegenüber
einen Schatten gesehen zu habe. Aber nur kurz, ihm fiel nämlich
ein, dass die Jungbaums ja vereist waren. Also machte er sich
keine Gedanken mehr darüber. Mit den Shorts wische er
erst einmal die Sahne von seinem Körper und ging zum
Badezimmer.
Sven gegenüber stand immer noch geduckt nackt mit blankem
Hintern und tropfendem Schwanz in der Küche. Mit einem
Küchentuch machte er die Kühlschranktür sauber.
Dann schaute er vorsichtig in das Schlafzimmer gegenüber.
Nachdem er sah, dass Jonathan nicht mehr da war, ging er ins
Bad. Die Hosen samt den Shorts hatte er auf dem Küchenboden
liegen lassen. Er liebte es, sich nackt in der Wohnung zu
bewegen. Natürlich nur wenn er alleine war.
Nachdem sich Jonathan etwas frisch gemacht hatte, setzte
er sich wieder an seinen Schreibtisch. Er sah auf die Uhr,
es war 15.45h. Er musste sich ja noch mit den Klausuren beschäftigen.
Die erste war sehr gut. Ader sollte sich ändern. Jonathan
wusste, dass es ungemein schwieriger und zeitaufwändiger
war, eine mittelmäßige oder eine gar schlechte
Arbeit zu bewerten. Mit einem weiter Drink war es dann doch
erträglich. Jonathan schaute etwas gelangweilt zur Uhr.
16.30h. Chris hatte versprochen, ihn um 18.30h anzurufen.
Er hatte also noch Zeit.

Sven war einfach müde. Er hatte keinen
Bock mehr zum Einkaufen. Das, was noch im Kühlschrank
war, musste für das Frühstück reichen. Zum
Abendessen wollte er sich dann eine Pizza bestellen. Er legte
sich in sein Bett. Und obwohl er müde war, waren diese
Bilder mit Jonathan in seinem Kopf. Es war einfach nur geil,
so etwas live zu erleben. Und dennoch, irgendwann döste
er ein.
***
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bo
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