| 28. Ich lieb’
dich, ich lieb’ dich nicht
»Wann.. wird er zurückkommen?«, fragte ich,
nachdem sich der erste Schock einigermaßen gelegt hatte.
Ich wollte, nein ich musste in die Offensive.
Werner kam vom Klo zurück, dabei war ich mir ziemlich
sicher dass er in einem gewissen Sicherheitsabstand gewartet
hatte. Gelauscht? Egal. Allmählich wurde mir nämlich
alles egal, zu bunt könnte man sogar sagen.
»Sie wollen am Nachmittag wieder da sein, die Probe
war ja schon in aller Frühe.«
Gut, dann würden wir noch hier sein. Denn eines schwor
ich mir in diesen Minuten: Ich würde keinen Fuß
von dem Gelände setzen, bevor ich nicht mit Angelo gesprochen
hatte. Es war höchste Eisenbahn dafür.
»So, ich muss jetzt etwas arbeiten«, sagte Frau
Kassini und stand auf.
Werner stellte keine Fragen, nachdem Angelos Mutter ins Haus
zurückgegangen war. Er setzte sich auf „seinen“
Platz und wir frühstückten fertig. Eigentlich war
ich Werner unendlich dankbar für sein Schweigen, denn
in meinem Kopf rotierte es ganz ordentlich.
Wir kamen dann ganz gut voran mit dem Dach, von da oben konnte
man später vereinzelte Wolken am Horizont sehen. Aber
es bestand keine Gefahr, Werner mutmaßte, dass die frühestens
am Abend hereinziehen würden. Ich schminkte mir dabei
den Plan mit Felix am Felle vorläufig ab. Aber das war
ja auch kaum noch von Bedeutung - nachdem, was Angelos Mutter
erzählt hatte.
Immer mal wieder sah ich hoch, rüber auf die Zugangsstraße,
auf die man von da oben einen guten Blick hatte. Irgendwann
musste dort ein Wagen entlang kommen und dann..
Da ich trotz dieser kurzen Ablenkungen meinen Job nicht hängen
ließ, sagte Werner nichts weiter. Dabei war die Arbeit
nur so ne Art Ablenkungsmanöver für mich.
Als wir zur Mittagspause vom Dach stiegen und in den Schuppen
kamen, stand dort ein großes Tablett, mit einem Handtuch
abgedeckt. Darauf ein Zettel: „Lassen Sie es sich schmecken“,
und eine Unterschrift, die nicht zu entziffern war. Aber wir
wussten eh von wem das stammte und unter dem Handtuch kam
das reinste Buffet zum Vorschein.
»Die erstaunen mich immer mehr«, sagte Werner
und ich nickte zustimmend. Lumpen ließ man sich hier
nicht.
»Also, ich mein, das hier wär doch echt ne gute
Partie.«
„Wem sagt er das.“ Dabei ging's mir darum ja
echt nicht. »Du, Werner, hör mal.. weißt
ja dass ich da so gewisse Probleme hab.. Wenn Angelo zurückkommt..
ich muss dringend mit ihm reden.«
Er wusste worauf ich hinauswollte. Da ich sonst nicht der
Arbeit fern blieb oder notorisch zu spät kam und zudem
gute Noten vorweisen konnte, gab's keine Diskussion.
»Ist schon okay, klär das ab. Nachher hast nur
noch diese Sache im Kopf und das ist nicht gut fürs Schaffen..«
Es war absolut richtig dass ich ihn eingeweiht hatte, das
machte bestimmte Dinge viel einfacher.
Nach der Mittagspause, in der wir die köstlichen Schnittchen
verzehrten, war das dann auf dem Dach eine echte Schinderei;
fast nicht auszuhalten in der Gluthitze und ich nahm an, wenigstens
zwei meiner mühsam angefutterten Kilos bis zum Feierabend
wieder verloren zu haben. Ein kurzer Blick an mir runter..
na ja, wenigstens kein Bauch. Mag ich bei den Jungs nicht
und an mir musste das deswegen auch nicht sein.
Beinahe hätte ich dann den Wagen verpasst. Ich sah ihn
im letzten Moment, bevor er aus meinem Blickfeld in der Garage
verschwinden konnte.
So, zum allerletzten Mal solche Herzklopfen, Pulsrasen und
dergleichen Begleiterscheinungen, wie sie schon fast typisch
für alles waren was Angelo betraf.
Auch Werner hatte den Wagen beobachtet. »Sie sind wohl
da.«
Ich nickte und wischte mir den Schweiß von der Stirn.
Zwar konnte ich Angelo somit nicht geschniegelt unter die
Augen treten, aber das geriet zur Nebensache. Dann musste
er halt ein bisschen Schweißgeruch aushalten, was solls.
Werner stand aus der Hocke, in der er gearbeitet hatte, auf
und streckte sein Kreuz durch. Abgesehen von allem drum herum,
an ihm sah ich mehr als einmal, dass ich diesen Job nie und
nimmer bis zur möglichen Rente machen wollte. Die meisten
unserer älteren Kollegen hatten nämlich irgendwelche
Probleme mit den Knochen.
„Denk an den Roten Teppich. Wenn du auf dem einmal langgehst,
neben deinem Schnuffi, dann ist das hier nur noch schnöde
Vergangenheit.“ Ja, genau. Nur musste ich jetzt langsam
wissen, ob ich diesen Teppich wirklich jemals betreten würde.
»Ralf, mach Schluss für heute. Geh runter und
rede mit ihm, ich mach hier weiter.«
Das war mir trotz allem nicht recht. »Ich hol das nach«,
bekräftigte ich denn auch, dass ich mich nicht drücken
wollte.
»Nun mach das du runterkommst.«
Ich hätte Werner küssen können. Aber natürlich
riss ich mich zusammen und stieg hinunter. Merkwürdig
schwammig waren meine Beine auf der Leiter. „Dir zittern
ja die Knie.“ Wie aufmerksam. „Stell dir vor,
ich hab's gemerkt.“
Unten angekommen strich ich mir kurz über die Shorts.
„Also gut. Denn mal los.“
Ich wusste ja nicht, was Angelo nun grade tat, aber wobei
konnte ich ihn schon groß stören? Unter anderem
interessierte mich schon, wie das in Frankfurt gelaufen war.
Ob ich diesen Sammy zur Sprache bringen wollte wusste ich
zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Unter Umständen kamen
wir ja gar nicht so weit.
Ich ging um das Hause herum. Es wäre auch möglich
gewesen, direkt über die Terrasse zu kommen, aber ich
wollte Paul einen Herzschlag ersparen. Na ja, auch sonst geziemt
sich sowas nicht.
Nach dem ersten Läuten stand Paul vor mir. Er musterte
mein Outfit und ich meine, er hätte eine Augenbraue hochgezogen.
Kein Wunder, denn erst da fiel mir auf, dass ich kein Hemd
angezogen hatte. Aber das war nun nicht mehr zu ändern.
»Ist etwas nicht in Ordnung?«
»Doch, schon. Ich wollte.. ja, ich wollte kurz mit
Herrn Kassini Junior sprechen.«
Paul nickte artig und wollte wie immer die Tür schließen.
Ich sah an ihm vorbei und – da stand er. Gestützt
auf zwei Krücken, regungslos, den Blick auf mich gerichtet.
Ich war so etwa vier bis sechs Sekunden ebenfalls bewegungsunfähig.
»Tach Angelo«, brachte ich dann so halbwegs an
Paul vorbei heraus.
Keine Regung. War er so geschockt? Wovon? Von meinem Auftritt
insgesamt oder weil ich halbnackt unter der Tür stand?
Nun gut, wie auch immer, irgendwann musste er ja aus dieser
Starre heraus.
»Tag Ralf.«
Wie musste ich das interpretieren? Ablehnend, abweisend?
Ich konnte dem Ton nichts entnehmen.
So standen wir drei da. Eine Ewigkeit war's nicht, bis Paul
sich von der Bildfläche entfernte und uns allein ließ,
aber weil da so gar nichts passierte kam mir das schon recht
lange vor.
Dann lief seine Mutter aus der Küche in den Flur. Sie
sah erst zu mir, dann zu ihrem Sohn. Ich war sicher, dass
sie die Spannung spürte, die mit meinem Auftreten in
diesem Haus aufgekommen war. »Kommen Sie doch herein.«
Das sagte sie, als wäre Angelo gar nicht da. Dabei war
er da. Und wie. Sein Körper schien ein einziger Magnet
zu sein. Zumindest für meine Augen. Gut sah er aus, erholt
und so knusprig braun. Jedenfalls schein er im Gegensatz zu
mir nicht vor Kummer abgenommen zu haben. Wenn sie ihn in
Frankfurt beim Rundfunk eventuell nicht genommen haben weil
er miserabel vorgespielt hatte, dann haben sie es trotzdem
getan, wegen seinem Aussehen. Ich erinnerte mich an diverse
Showgrößen, die vom Singen soviel verstanden wie
eine Kuh vom Segelfliegen, aber nur weil sie eben sehr gut
aussahen jubelten ihnen die Musikbanausen zu.
Langsam trat ich in den Flur und schloss die Tür. Angelo
regte sich noch immer nicht, verfolgte aber jede meiner Bewegungen.
Ich nahm an, dass er sich bereits auf ein klärendes Gespräch
vorbereitete. Rausschmeißen konnte er mich nicht, da
war ihm sicher seine Mutter im Weg.
So traute er sich scheinbar auch nicht zu fragen, was ich
wollte. Wie zuletzt, im Krankenhaus. Diesmal wurde es ihm
eben nicht so ganz einfach gemacht.

Zugegeben, ich fühlte mich schon ein bisschen
Scheiße. Ich wollte trotz Vorhaben nicht mit der Tür
in Haus fallen und Angelo schien ebenfalls nach Worten zu
suchen. Scheiße fühlte ich mich aus dem Grund,
weil mir klar wurde wie entscheidend unser Wiedersehen hier
war.
»Geht schon mal auf die Terrasse, Paul wird euch etwas
zum trinken bringen.«
»Musst du nicht arbeiten?«, fragte Angelo dann
recht leise.
»Nein, ich hab Feierabend.« Mehr wollte ich dazu
nicht sagen.
»Dann komm«, sagte er und machte auf der Stelle
kehrt. Ich ging langsam hinter ihm her, wobei ich mir nicht
den Blick auf seine Pobacken versagte. Knackig wie immer und
so deutlich in den engen, weißen Tennishosen. Warum
sollte ich jetzt auch nicht kurz an unsere Spielchen denken?
Aber das war ja nicht der Hauptgrund meines Besuchs. Dieser
Gips und die Krücken brachten es jedenfalls nicht fertig,
seinen schönen Körper erheblich zu denunzieren.
Ich rief mich zur Vernunft, als wir auf die Terrasse traten.
Schon wieder dieses Schuldgefühl, weil ich von hier
aus beobachten konnte, wie sich Werner allein da oben auf
dem Dach zu schaffen machte. Er sah uns und winkte kurz herunter,
was ich eher verhalten mit einer ebensolchen Handbewegung
erwiderte.
Angelo setzte sich, auf seinen scheinbar angestammten Platz
und ich mich direkt gegenüber. Ich fragte mich in dem
Moment, wer sich von uns beiden am schlechtesten fühlte.
Klar, ich war mir keiner Schuld bewusst und hatte gar keinen
Grund dafür, aber wenn Angelo.. „Schalt ab.“
„Ja doch.“
Kaum saßen wir, trabte Paul heran, mit dem silbernen
Tablett. „Was darf ich Ihnen bringen?“ Oh, ich
hatte die Auswahl. Ein kurzer Blick auf die Uhr, es war Zwei.
Aufgeregt war ich und fahren stand auch nicht zur Debatte.
Also kurzum ein Fall für Alkohol, wenigstens in geringer
Zufuhr.
»Kann ich ein Bier haben? Ich hab nämlich Feierabend
und..«
»Sehr wohl.«
»Mir auch, bitte«, beendete Angelo die Bestellrunde.
Ich setzte mich bequem hin und versuchte zu vergessen, dass
ich in einem Aufzug dasaß, der hier mit Sicherheit alles
andere als angebracht war. Aber warum sollte mich das scheren?
Unsere Blicken ruhten aufeinander. Seine Augen suchten meine
flüchtig, dann sahen sie wieder weg. Einer von uns musste
anfangen, irgendwann.
»Du arbeitest hier?«, wollte Angelo dann zuerst
wissen.
»Ja, da oben, seit Gestern.« Ich zeigte zu dem
Schuppendach, wobei ich mir nun nicht mehr so sicher war,
ob mich Angelo am Vortag nicht doch dort entdeckt hatte.
»Hab dich gar nicht gesehen.«
Es half ja nichts, an Kleinigkeiten wollte ich mich nicht
hochziehen. »Ich dich schon. Und gehört auch. Margie
hört sich gut an, sehr gut.«
Er spielte mit seinen Fingern. Sehr schön, das bedeutete
dass er nachdachte. Worüber auch immer. Dann sah er mich
kurz an und ein Lächeln huschte über sein Gesicht.
»Wirklich?«
»Wenn ich es dir sage. Die Arbeit hat doppelt soviel
Spaß gemacht mit deiner Musik.« Das war kein Honig-ums-Maul-schmieren,
das meinte ich ehrlich. »Dabei fällt mir ein: Wie
ist es gelaufen, in Frankfurt?« Eine durchaus legitime
und unverfängliche Frage meinerseits.
Paul kam mit den Getränken und stellte sie vor uns hin.
Dann schenkte er noch ein bis der Schaum am oberen Glasrand
angekommen war.
»Danke«, gab ich höflich von mir, worauf
Paul einen Knicks machte. Sollte es je dazu kommen, dass ich
hier ein- und ausging, dann könnte ich mich ohne weiteres
an einen solchen Umgang gewöhnen.
Angelo hob sein Glas. »Prost.«
Ich hielt mein Glas in seine Richtung und nahm dann den ersten,
wahrhaft göttlichen Zug.
»Hast du Zigaretten? Meine liegen oben..«
»Klar.« Ich zog die zerknautschte Schachtel aus
meiner Hosentasche und reichte sie ihm über den Tisch.
Dann gab ich ihm Feuer.
Noch immer schien er nach Worten zu suchen, dabei war meine
Frage so schwierig ja nicht. Entweder gut oder schlecht, mehr
musste er dazu nicht sagen. Dabei wollte ich das nicht unbedingt
erstrangig wissen, es war so eher als harmloser Einstieg in
die Gesprächsrunde gedacht.
»Frankfurt, ja..«, begann er dann und sein Blick
schweifte seitwärts über die in der Sonnenglut liegenden
Felder. »Ich hab die Stelle beim Rundfunkorchester bekommen.«
Sonderlich erfreut klang das nicht grade, aber wer weiß
was ihm sonst noch im Kopf herumging.
»Ist ja toll. Freut mich für dich.« Nun,
das tat es wirklich, ungeachtet dessen, was da zwischen uns
war.
»Ja, in vier Wochen geht es los.«
Aha, das dürfte die Zeit sein, wo er seinen Gips loswerden
würde. »Was macht dein Bein?«
»Wird schon. Ist bloß ätzend bei der Hitze.«
Ja, verständlich. Wir saßen also da und unterhielten
uns wahrscheinlich gleich übers Wetter. Das konnte es
aber gar nicht sein. Allerdings fand ich dieses heranpirschen
an die Sache gar nicht mal so schlecht. Bei anderen Leuten
wären in diesem Zeitraum wahrscheinlich schon Teller
und Tassen geflogen, wenn nicht sogar schlimmere Dinge.
»Hast du.. von dem Unfall noch mal was gehört?«
Auch keine unwichtige Frage.
»Ja. Der Vorwurf vom Verdacht der fahrlässigen
Tötung ist wie erwartet zurück genommen worden.«
»Das ist doch schön.«
Er lachte gequält. »Was heißt schön?
Dass ich nicht Schuld bin am Tod eines anderen?«
Ich setzte mich auf. »Ja, unter anderem. Sag nur du
machst dir Vorwürfe? Ich nehme an, man hat inzwischen
geklärt wer Schuld hatte.«
»Ja, sicher. Aber trotzdem..«
Gut, das würde eine Zeit lang dauern bis er es verwunden
hatte. Allmählich fand ich es aber an der Zeit, auf uns
zu kommen. Schön Gemach, aber trotzdem.
»Was ist mit der Wohnung.. in Frankfurt?« Diese
Frage enthielt meines Erachtens schon jede Menge Brisanz,
denn das war ja so quasi der Aufhänger.
»Ich habe mich noch nicht darum gekümmert. Wollte
ja erst sehen ob mich das Ensemble überhaupt annimmt.«
»Und das hat es jetzt.«
»Ja.«
Meine Güte, es kam nicht voran.
»Angelo, ich fahre nach Mannheim, mich mit Papa treffen.
Paul habe ich frei gegeben, er möchte seine Schwester
besuchen. Ihr seid also alleine.« Sie stand bereits
abfahrtbereit unter der Terrassentür und winkte nur noch
kurz. »Es kann etwas später werden, aber zum Essen
sind wir da.«
Ich rief ihr, so wie Angelo, ein kurzes Tschüs hinterher,
wenige Augenblicke später waren wir allein in dem Haus.
Unter den gegebnen Umständen waren diese Dinge wahrscheinlich
so gar nicht geplant gewesen. Man wollte uns bewusst alleine
lassen.
Werner rackerte sich immer noch ab da oben, aber er würde
gleich zusammenräumen. Blöd, wenn ich an der Stelle
hätte unterbrechen müssen. Aber ich war nicht mobil
und trotz der Wichtigkeit hier wollte ich keinesfalls nach
Hause laufen. Und Angelo, selbst im Fall der Fälle, konnte
mit dem Gips kein Auto fahren.
Wo waren denn jetzt die Mächte? Bis hierher und nicht
weiter? Nein, das war unmöglich. Ich war ganz knapp davor,
noch ein paar Sätze und ich wusste wie es um uns stand.
Aber übers Knie brechen wollte ich die Sache auch nicht.
„Angelo liebt dich, du liebst ihn. Alles was noch fehlt
ist, dass es klipp und klar und genau so gesagt wird. Von
beiden Seiten. Aber soweit seid ihr noch nicht.“ „Jau,
genau meine Worte. Nur die notwenige Zeit, die haben wir nicht.“
»Angelo, ich.. ich bin nur gekommen weil ich wissen
will was mit uns ist.«
Somit kürzte ich die Sache zwar gefährlich ab,
aber ich hatte wirklich Angst wir würden uns hier trennen
ohne dass etwas Entscheidendes passiert war.
Er starrte auf seinen Gips. Warum musste er nach Worten ringen?
Was fiel ihm so schwer? „Sag dass nichts ist zwischen
uns, außer einem blöden Missverständnis.“
»Ralf, ich.. weiß nicht.«
»Was weißt du nicht?«
Fingerspiele. »Ich hab viel über uns nachgedacht.«
»Ja, meinst du vielleicht, ich nicht? Angelo, ich hab
dich sehr gern.. nein, das reicht nicht. Ich liebe dich und
das weiß ich nicht erst seit Gestern.«
»Das ist es ja.. ich weiß nicht ob das Liebe
ist. Ich weiß ja grade wie man das Wort schreibt.«

Und was stellte er mit diesem Wissen grade an?
Rupfte er im Geiste etwa ein Gänseblümchen? „Ich
lieb’ dich, ich lieb’ dich nicht..“
»Und wie möchtest du es dann beschreiben?«
Ich stand auf, ging um den Tisch herum und kniete mich neben
ihn. Ich brauchte keinen Dackelblick, keine schmusigen Worte.
Nur eine Antwort. »Sag mir doch wenigstens, dass ich
dir nicht egal bin.«
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