| Falk Stein wartet
mit einer ziemlichen Abschieds-Überraschung für
das Camp auf. Nach den Plänen soll es im Camp von nun
an wesentlich ziviliserter zugehen und mit Feuereifer gehen
die Jungs ans Werk.
Währenddessen muss sich Nico eingestehen, dass der Abstand
zu Marco kaum einzuhalten sein wird. Er spürt, dass es
noch eine Frage der Zeit sein würde, denn allmählich
bröckelt die Wand, die er zwischen sich und dem Jungen
hochziehen wollte.
Rasch band sich Nico nach dem abtrocknen das Handtuch um
die Hüfte und ging in sein Zimmer. Eine Wiedergeburt,
so wollte er seinen Zustand dann verstanden wissen. Er legte
die Verbände wieder an so gut es ging, stellte seine
Stereoanlage an und gönnte sich erst einmal in aller
Ruhe eine Zigarette. Mit dem Handtuch um setzte er sich auf
das Fensterbrett und mit jeder Minute kam er mehr runter,
in Gefühlsmäßig erträgliche Niederungen.
Der Tag hatte es wirklich in sich gehabt, viel würde
er heute mit Sicherheit nicht mehr unternehmen. Zum großen
Glück übernahm Rainer die Bereitschaft, so dass
aus dieser Richtung auch keine Unbill mehr zu erwarten war.
Ob die Leute vom Luftfahrtamt heute noch kämen, daran
glaubte er nicht. Vielleicht hatten sie an dem Unglücksflieger
länger zu tun.
Ein Klopfen an den Rahmen seiner offen stehenden Tür
unterbrach seine Gedankengänge. Hier hinten kam eh niemand
vorbei, es sei denn man wollte ins Bereitschaftszimmer, zudem
war es wegen Rick besser, wenn die Tür offen stand. Er
sah zur Tür, unter der Marco Serrolas in einer Boxershort
stand und sich mit einem Handtuch die Haare trocken rubbelte.
»Tschuldige.«
»Komm rein.«
Die Schwelle war überschritten, das war Nico schon eine
Weile vorher klar geworden. Sein Status als Betreuer stand
auf wackligen Füßen, vielleicht von Anfang an.
Wahrscheinlich würde nichts passieren, solange er mit
einem Bein standhaft bleiben konnte. Die Trennung zwischen
Betreuer und vertrauter Person war fließend, so wie
Stein es gesagt hatte. Die Frage war, wohin im Laufe der nächsten
Zeit der Schwerpunkt verlagert wurde. Nico wusste nicht, wie
er dem allem Einhalt gebieten konnte, noch nicht einmal, ob
er das wirklich wollte. »Was gibt's?«
Wieder diese Musterung. Sicher wusste Nico, dass er einen
recht ansehnlichen Körper hatte, auf den er auch stolz
sein konnte. Und jetzt, mit nichts an außer dem Handtuch,
könnte er – wenn Marco tatsächlich schwul
war – damit sicher auch bestimmte Gefühle in ihm
wecken. Es war ihm dennoch nicht peinlich, dem Jungen so gegenüberzutreten
und wenn er ehrlich sein wollte, dann lief es fast schon auf
eine Provokation hinaus. Er spürte diesen Blick und er
war ihm nicht unangenehm.
»Ähm, eigentlich nur.. sieht nicht gut aus, wie?«
Nico verstand erst nicht. »Was denn?«
»Deine Schrammen, mein ich.«
Wollte Marco deswegen zu ihm? Nico vermutete, eher nicht.
Er grinste. »Das wird schon wieder, halb so schlimm.«
Marco stand einfach da und schleuderte Nico sein erotisches
Erscheinungsbild förmlich entgegen. Der Junge war scharf,
rattenscharf. Scharf auf mich, dachte Nico und irgendwie reizte
ihn der Gedanke, die Tür zuzuschlagen und den Jungen
einfach aufs Bett zu zerren. Denn ohne Zweifel musste er ja
auch mit einem gewissen Defizit auskommen, mehr oder weniger
unfreiwillig. Das alles führte dazu, dass ihm eine Erektion
drohte. Sollte er die vor Marco verheimlichen? Wenn er das
nicht tat, musste der Junge das als untrügliche Aufforderung
betrachten und am Ende würde das ganz bestimmt nicht
ohne Folgen bleiben. Nico war unschlüssig, ob er es darauf
ankommen lassen wollte und minütlich stieg sein Verlangen,
einfach nach diesem schönen Körper zu greifen, diese
Lippen ihrer Bestimmung zu übergeben. Kein Zweifel, es
knisterte gewaltig in dem Zimmer.
Aber er blieb ruhig auf der Fensterbank sitzen, während
Marco noch immer unter der Tür stand.
»Ähm, ich geh dann mal wieder.«
»Marco, ist wirklich alles in Ordnung?«
Der Junge sah verlegen zu Boden. »Mit mir schon, ja.«
»Aber?«
»Ich hab mir wegen dir Sorgen gemacht. Deine Wunden
haben nicht gut ausgesehen da draußen.«
Nico holte tief Luft. Marco war schon ein paar Schritte weiter
als er geglaubt hatte. Begann es nicht mit solchen Dingen?
Sich Sorgen machen um jemand anderen? »Ist schon okay,
das wird wieder. Wir sehen uns gleich beim Essen, ja?«
Das war eine Ablenkung und nichts als reiner Selbstschutz.
Marco begann, die gefährliche Schwelle zu überschreiten
und Nico spürte, wie es ihn selbst genau da hinzog.
Marco winkte noch kurz bevor er im Gang verschwand, im Zimmer
den Duft nach seinem Duschgel hinterlassend. Nico drückte
die Zigarette aus und kramte im Schrank nach frischen Klamotten.
Zum Glück hatte er noch eine Short dabei, jene mit Safari-Look.
Aber es half nichts, die eine konnte er wegschmeißen,
zu mehr taugte sie nicht mehr und den Rest der Zeit nur eine
zu haben war auch nicht praktisch. Antoine fiel ihm plötzlich
ein, er hatte versprochen ihn wieder zu besuchen. Bei der
Gelegenheit konnte er sich nach neuen Hosen umsehen, im Ort
gab es einen Laden mit Klamotten, das wusste er. Zwei Gründe,
das am nächsten Morgen zu erledigen.
Er suchte seinen Dienstplan und blätterte. Freitag..
Vormittags Gruppenstunde, Nachmittags Sport und Zelte in Ordnung
bringen. Vielleicht würde er dann eben nach dem Mittagessen
losfahren, denn für Sport hatte er nun mal so viel wie
gar nichts übrig. Wie schön, dass man es sich doch
ein bisschen raussuchen konnte. Anders allerdings, sollte
Falk auf seine Teilnahme bestehen. Aber der dürfte anderes
im Kopf haben, Sonntagabend war eine kleine Abschiedsfeier
geplant, in die auch die Jungen mit einbezogen waren. Bier
vom Fass, grillen.
Nico zog sich an und begab sich in den Speiseraum. Simon,
Patrick, Marco und Roko saßen bereits am Tisch, von
den Betreuern waren Michael und Rainer anwesend.
Michael machte sofort große Augen, als er Nicos Verbände
sah. »Hoppla, das scheint sich ja gelohnt zu haben.
Rainer hat mir schon alles erzählt.«
»Halb so schlimm.« Damit fehlte nur noch Falk
Stein mit seinen Kommentaren und die waren sicher, sobald
er wieder hier auftauchen würde. Ganz abgesehen von dieser
Antonia Berger.
Nun war auch Roman in den Raum gekommen und Felix begann,
die Tabletts mit den Broten auf die Tisch zu stellen.
»Wann wird Falk wieder hier sein?«, wollte Nico
wissen.
Bode langte sich eine Schnitte. »Hm, eigentlich müsste
er jede Minute einlaufen, er meinte zum Abendessen wieder
hier zu sein.«
»Und was geht nach dem Essen heute noch?«
»Nichts mehr, die Jungs sind ausgepowert. Ich denk,
die haben heute genug.«
Stein fuhr die Straße herauf, als Nico, Bode und Korn
auf der Bank vor dem Gebäude saßen und rauchten.
Die Jungen hatten sich hinter dem Gebäude versammelt,
würden sich wohl irgendwie die Zeit vertreiben.
»Hallo Leute.«
Steins Begrüßung war nicht euphorisch und auch
die Betreuer schienen bereits in einer Art Abschiedsstimmung
zu sein. Sicher lief das Camp auch ohne ihn, aber zusammenfassend
konnte man sagen, dass er maßgeblich an der Entstehung
und auch am Erfolg beteiligt war. Nico hatte erfahren, dass
Stein im Winter alle Betreuer der anderen Camps schulte und
das sollte etwas heißen.
»Mann ist das eine Hitze, ihr glaubt es nicht. Das
hier oben ist fast schon ein Kühlschrank, wenn ich an
die Kölner City denke.« Er wischte sich den Schweiß
von Stirn. »Erst mal was trinken. Und ihr? Sitzt da
so trocken herum.« Er stockte kurz, als er Nicos Verbände
sah. Sofort wurde er ernst. »Was ist denn dir passiert?«
»Lass uns erst mal was zu trinken holen, dann erklären
wir es dir.«
Wenig später hatte jeder eine kühle Flasche Bier
in der Hand und Stein erfuhr von den Ereignissen des Tages.
»Aha. Kaum ist die Katze wech.« Er lachte. »Aber
so wie ich das sehe, kommt ihr ganz gut ohne mich aus. Das
beruhigt mich ungemein«, meinte er im Abschluss. Aber
er konnte nicht verhindern, dass seine Kollegen die Wehmut
heraushörten, die in seinen Worten mitschwang. Am Schreibtisch
dürfte er noch sehr lange an diese Zeiten zurückdenken
und keiner der Betreuer würde seinen Platz tauschen wollen.
Allerdings hatte Stein ja auch seine Gründe. Über
kurz oder lang sollte er nach eigenen Worten Antonia Berger
ablösen und damit war er trotz allem ziemlich nah am
Geschehen.
»Ich muss morgen zum Doc, ins Krankenhaus zu Antoine
und neue Hosen brauch ich auch«, sagte Nico, dabei heftete
er seinen Blick auf Falk Stein.
»Klar, das ist wichtig«, gab Stein lediglich
von sich. Keine Fragen, keine Verbote, kein Wenn und Aber.
Ich will doch so werden wie du, dachte Nico und bedankte sich.
Er verabschiedete sich dann frühzeitig von den Kollegen,
er wurde in jeder Minute schläfriger. »Ich werd
sicher schlafen wie ein Toter«, entgegnete er noch unter
der Tür, dann zog er sich in sein Zimmer zurück.
Die Handflächen brannten fürchterlich und schon
sah Nico seinen Schlaf bedroht. Aber es half nichts, da musste
er durch.
Vor seinem Fenster allerdings war noch keine Ruhe eingekehrt.
Er setzte sich auf seinen Stammplatz, zündete sich eine
Zigarette an und sah den Jungen zu. Sie knieten und hockten
an der Bank vor Nicos Fenster und würfelten.
Was war bloß mit denen los? Kein Gemecker, keine endlos
dummen Sprüche, kein langweiliges Abhängen. Es konnte
einem so vorkommen, als würden sie zufrieden sein mit
dem was sie hier hatten. Nico fragte nicht nach, so wie es
war, war es eben gut.
Lässig stellte er einen Fuß auf die Fensterbank,
ließ das andere Bein zum Fenster hinunterbaumeln und
lehnte den Kopf gegen sein Knie. Vermittelte einem dies da
draußen das Bild glücklicher Zufriedenheit? Möglich
war es immerhin. Er beobachtete die Jungen im einzelnen.
Roman, der noch kaum aufgefallen war;
Simon, von dem Nico den Eindruck bekommen hatte, dass er Rick
zwar stetig im Auge behielt, aber diese Panik in seinem Gesicht
schien nicht mehr ganz so extrem.
Patrick, dessen Fingerverband mittlerweile das Prädikat
„unter aller Sau“ verdient hatte.
Roko, der den Job als Gruppenführer mehr recht als schlecht
meisterte.
Marco.. Nico war es, als könnte er das Duschgel bis hierher
riechen, aber dies war rein subjektiv und entprang seiner
Fantasie. Er sah als einziger ab und an zu ihm hin und Nico
hätte geschworen, dass er dabei einmal die Mundwinkel
nach oben zog. Sollte seine Haltung Anlass dafür geben?
Nico versuchte, sich selbst zu sehen und konnte sich das schon
recht gut vorstellen. Mithin zog er damit Marcos Aufmerksamkeit
mit Absicht auf sich und nicht zuletzt deshalb, weil Marco
in der Hocke einen Blick auf seinen Schritt freigab und es
schien so sicher wie das Amen in der Kirche, dass er dies
ebenfalls mit Hintergedanken tat.
Der Verband um Nicos Schienbein war nun nicht gerade ein Augenfang,
aber vielleicht setzte eine Art Mitleid noch das Tüpfelchen
auf das i.
Nico räusperte sich. Augenblicklich stellte er sich sie
beide in einem Zelt vor. Dunkel, heimelig. Kuschelig. Oh ja,
Marco war eines jener Kuscheltiere, die es ihm besonders angetan
hatten. Stefan gehörte ja auch dazu.
Bei diesem Stichwort schwang sich Nico vom Fenster, setzte
sich an den Schreibtisch, klappte sein Notebook auf und loggte
sich in sein Mailprogramm ein.
Doch außer eine Menge Spams war nichts darunter, keine
Mail von Stefan. Wo er stecken konnte? Immerhin war es fast
eine Woche her, dass er ihm geschrieben hatte. Ein Anflug
von Enttäuschung legte sich schnell wieder, nach wie
vor galt ja: Alles war freiwillig. Sollte Stefan die Mail
gelesen haben und nicht darauf reagieren wollen, dann war
das seine Entscheidung.
Nachdem er sich kurz über aktuelle Neuigkeiten informiert
hatte, fuhr Nico das Notebook herunter. Kurz nach Acht, keine
Zeit, um ins Bett zu gehen, zumal in gewissem Sinn noch helllichter
Tag war.
Marcos Kopf erschien an seinem Fenster. »Magst ne Runde
mitspielen?«
Wieder so ein Punkt, wo Nico die Grenze spürte. Jetzt
war sie zumindest räumlich, da, durch den Fensterrahmen.
Aber wie sah es aus, wenn er diese Grenze überschritt?
Er hatte die Betreuer nie in solchem Kontakt gesehen, wenn
man von den kleinen Feierlichkeiten einmal absah. Sonst herrschte
ein wirklich auffälliger Abstand und eigentlich war der
auch ihm geboten. Wo sich die Betreuer herumtrieben wusste
er nicht, aber ganz bestimmt war Rainer in der Nähe,
der hatte Bereitschaft. Falk dürfte wohl seine Wohnung
im Ort ausräumen und Michael war anderweitig außer
Haus. Was Rainer dazu sagen würde, wenn er sich denen
da draußen anschließen würde? Mit seinem
Praktikum hatte das wohl nichts zu tun. Wirklich nicht?, fragte
sich Nico dann doch. War nicht auch das soziale Gefüge
untereinander wichtig? Wo bekäme man darüber ein
besseres Bild als in solch einer Situation? Er spürte
sofort, dass er auf der Suche nach einer Ausrede für
sich selber war, ohne sich das einzugestehen. Eigenverantwortung,
Entscheidungen treffen. War da nicht etwas? Marco stand da
am Fenster und wartete auf seine Antwort.
»Nee, lass mal. Ich bin hundemüde und außerdem..«,
er drehte demonstrativ die Hände vor seinem Gesicht,
».. bin ich etwas gehandicapt.«
»Ah, okay. Hätte ja sein können. Sind wir
zu laut?«
Nico setzte ein tröstliches Gesicht auf. »Nein,
sicher nicht. Ihr müsst wegen mir nicht flüstern.«
»Gut.«
Mit diesem einen Wort war der Kopf wieder verschwunden. Nico
legte sich auf sein Bett und schloss die Augen. Die Hitze
war erträglich geworden, obwohl er mindestens 30 Grad
in dem Raum schätzte. Aber so allmählich hatte man
sich an die hohen Temperaturen gewöhnt. Solange es nicht
schlimmer wurde war es auszuhalten.
Mit einem Satz war Nico dann doch wieder am Fenster. »Marco?«
Der Junge kam sofort zu ihm hin. »Ja?«
»Wo schläfst du eigentlich diese Nacht, mal bescheiden
gefragt?«
Marco machte ein etwas betrübliches Gesicht. »Wir
haben das Zelt fest verschlossen. Eigentlich dürfte nichts
passieren.«
»Sehr gut. Freut mich.«
»War's das?«
»Ja, Marco, das war's.«
Rainer Bode stand plötzlich unter der Tür. »Hallo
Nico. Wie geht’s? Alles okay soweit?«
»Ja, schon. Brennt alles ein bisschen, aber ich überlebs.«
»Hast du Lust auf ein Glas Wein? So zum feierlichen
Abschluss des Tages? Ich hab zwar Bereitschaft, aber..«
Er legte seinen Zeigefinger auf den Mund, »das muss
ja nicht ausufern.«
Nico setzte sich auf, das Angebot war nicht das schlechteste.
Zudem dürfte sich damit automatisch eine gewisse Bettschwere
einstellen.
Es war kurz nach zehn, als Nico wieder in sein Zimmer zurückkehrte.
Wie meistens waren ihre Gespräche ziemlich fruchtbar
gewesen, unter anderem ließ Bode verlauten, dass nichts
dagegen sprach, wenn sich Nico den Jungen in Sachen Freizeitbeschäftigung
anschließen würde.
»Keine Sorge, diese Art Nähe schadet keinem. Im
Gegenteil, wenn die sich abschotten und man nicht weiß
was sie treiben, das ist ungleich anstrengender.«
Die Jungen waren inzwischen in das Camp zurück, die
übliche Stille des Abends legte sich über das Gebäude.
Nico beobachtete das hereinbrechen der Dämmerung, wie
der Tag langsam Abschied nahm. Verträumt sah er zu der
Stelle, an der vorhin Marco noch Würfel gespielt hatte.
War der Junge auch ein Traum? Du kannst ihn haben, dachte
Nico. Vielleicht nur eine einzige Nacht, aber die wäre
dir sicher. In seiner Hose regte sich darum auch sofort etwas
und Nico beschloss, diesen Tag nicht zu beenden, ohne sich
seinen Gelüsten hinzugeben. Er nahm den letzten Zug aus
seiner Zigarette, als ihm eine Bewegung auffiel. Drüben,
bei dem kleinen Gemüsegarten tat sich etwas. Nico verharrte
in seiner Bewegung, den Kippen auszudrücken und kniff
die Augen zusammen. Gleichzeitig knurrte Rick, der inzwischen
den Weg auf seine Decke gefunden hatte, leise und spitzte
wie immer die Ohren. Lange dauerte es nicht, bis Nico den
Grund der Bewegung erkannte: Ein Fuchs machte sich am Komposthaufen
zu schaffen. Dies allerdings dürfte sich um eine ganz
gewöhnliche Nahrungssuche handeln, Mäuse und anderes
Getier dürften sich dort zuhauf finden lassen. So setzte
sich Nico wieder auf die Fensterbank und beobachtete Meister
Reinecke beim graben und schnüffeln. Zwar waren seine
Begegnungen mit den anderen beiden Tiere durchaus als kritisch
zu betrachten, aber der dort, der hatte nur Hunger.
Nachdem es für eine Beobachtung zu dunkel geworden war,
zog sich Nico nackt aus und legte sich aufs Bett. Mit Rick
hatte er nicht gerechnet und unter dessen beisein würde
er sich nicht befriedigen können. Rick würde das
zwar so ziemlich gleichgültig sein, aber dennoch, seine
Anwesenheit dämpfte Nicos Lustgefühle. Dann eben
nicht, sagte er leise zu sich selbst und schloss die Augen.
Es dauerte eine Weile, bis Nico die Realität um sich
herum begriff. Er hatte geträumt, und das nicht zu wenig.
Irgendetwas von einem Flugzeug, das ins Camp stürzte
und dort die Bewohner aus den Zelten scheuchte. Aber es waren
Jungen mit Fuchsköpfen und Gehörnen drauf, einige
hatten nur drei Beine und einer sogar Schaum vor dem Fang.
Sie keckerten und heulten irgendwie schauerlich, dann stoben
sie davon, als aus dem Flugzeug ein Rehbock stieg, dessen
Gehörn zu leuchten schien. Dann stürzten die Jungs
in ein riesiges Loch, das sich mitten im Wald auftat und aus
dem grüne Dampfwolken entstiegen; insgesamt ein ziemlicher
Horror. Noch immer hörte er die unnatürlichen Laute
und sah das Entsetzen in ihren Augen.
Nico schüttelte sich, als wollte er auch diesen Traum
von sich abschütteln. Er stand auf und trat ans Fenster,
es war bereits dämmrig und ein Blick auf die Uhrzeit
ließ ihn seufzen. Kurz nach Fünf. Dann hörte
er den Ruf des Waldkauzes, der jetzt wohl seinen Schlafbaum
aufsuchen würde. Ein Blick steil nach oben aus dem Fenster
verhieß einen neuerlichen, heißen Tag. Nico überlegte,
ob er wirklich schon wach bleiben wollte. Rick schlief noch
und auch sonst herrschte die übliche Stille im Gebäude.
Trotz der noch bleiernen Müdigkeit spürte Nico,
dass da jemand im Gegensatz zu ihm sehr wach geworden war.
Steil ragte sein Schwanz in die Höhe und verlangte scheinbar
nach Beachtung. Dem musste jetzt Rechnung getragen werden,
beschloss Nico. Er schlüpfte in eine frische Retro und
griff sich ein Handtuch aus dem Schrank. Aber langsam kamen
ihm auch seine Vorhaben für diesen Tag ins Gedächtnis
und als er an Antoine dachte, fiel sein Schwanz in sich zusammen.
Mit diesen Gedanken im Hinterkopf würde er nicht wichsen
können. Klar, er konnte dem Jungen nicht helfen, aber
er kam sich schäbig vor, sich neben diesen Gedanken einen
runterzuholen. Sicher würde sich das wieder legen, aber
in diesem Augenblick entschied er sich gegen eine Wichsorgie.
Langsam schlurfte er den Gang entlang und betrat den Duschraum.
Es war gerade hell genug, dass er kein Licht mehr anmachen
musste und so stellte er sich unter die Brause und versuchte
erneut, an nichts zu denken.
Die Wartezeit bei Doc Gebhard hielt sich mit einer halben
Stunde in Grenzen. Fachmännisch verbunden verließ
er die Praxis und machte sich auf den Weg ins Krankenhaus.
Jeden Meter, dem er diesem Gebäude näher kam, wurde
ihm unwohler. Nicht, dass er Angst vor Antoine gehabt hätte,
aber das ganze Umfeld einer Klinik erfüllte ihn schon
jeher mit Unbehagen. Wie sollte er sich verhalten? So zu tun,
als wäre nichts, würde gar keinen Sinn machen. Gut
zureden vielleicht, Hoffnung machen. Das Virus bedeutete kein
unmittelbares Todesurteil mehr und irgendwann würde der
Junge lernen, damit zu leben.
»Antoine Herres? Der ist gestern Abend in seine Heimatstadt
verlegt worden«, bekam Nico von einem neuen Patienten
zu hören, als er das Zimmer betrat, in dem der Junge
gelegen hatte.
»Ah so.« Nico wusste nicht, ob er sich darüber
freuen oder ärgern sollte. Man hätte sie benachrichtigen
müssen. Aber gut, Antoine war nicht mehr hier, Fakt und
Ende.
Nachdem er zwei Shorts in dem kleinen Laden gefunden hatte,
machte er sich auf den Rückweg. Er hatte Antoines Adresse
und er würde sich nach ihm erkundigen, mehr konnte er
nicht tun. Die Fahrt half ihm dann, wieder einigermaßen
klar denken zu können. Das Wetter und die Musik im Radio
trugen ein Übriges dazu bei.
Als er den Waldweg zum Camp einbiegen wollte, traute er seinen
Augen nicht. Kurz vor ihm bog ein Lastwagen ebenfalls in den
Weg ein. Ein Riesengerät, den Nico als 38-Tonner einstufte.
Was in aller Welt machte der hier? Pinkelpausen, dafür
gab's auf der Landstraße einige andere Möglichkeiten.
Zumal der Lastwagen weiter in den Wald hineinfuhr, als das
für so eine Pause nötig gewesen wäre.
So blieb Nico nichts weiter übrig, als hinter dem Monstrum
zu bleiben und mehr oder weniger Schritttempo zu fahren. Es
war eng für das Gefährt, sehr eng. Die herabhängenden
Äste büßten eine Menge Blätter ein, die
an der Plane hängen blieben und Nico fluchte mit jedem
Meter mehr. Sollte der sich nicht völlig verfranzt haben,
konnte er nur hoch wollen, zum Camp. Wütend schloss Nico
die Fenster, da ihm die Dieselwolken Kopfschmerzen bereiteten.
So dauerte die Fahrt da hoch eine halbe Ewigkeit, denn Überholen
war hier nun mal nicht drin.
Endlich kam die letzte Kurve. Der Laster fuhr vor das Hauptgebäude
und hielt an. Nico zog ungehalten an dem Wagen vorbei und
fuhr seinen Golf auf die Rückseite in den Schatten.
Er stapfte zurück und sah gerade noch, wie Falk Stein
und zwei Männer aus dem Laster sprangen. Nico bleib der
Mund offen stehen, und so ging er auf Falk und die beiden
unbekannten Männern zu.
Michael und Rainer, gefolgt von Felix kamen dann aus dem Gebäude
waren mindestens ebenso überrascht waren wie er selbst.
Nun standen sie um Stein herum, der sich über die fassungslosen
Gesichter offensichtlich köstlich amüsierte.
»Darf man fragen, was hier los ist?«, wollte
Bode wissen.
Stein grinste Spitzbübisch. »Klar darf man.«
»Ja, und was?«
Er deutete zu dem Lastwagen. »Hier drauf ist mein Abschiedsgeschenk.
Wo sind die Jungs?«
»Ähm, im Gruppenraum«, stammelte Bode immer
noch.
Stein sah auf die Uhr. »Gut, es ist Elf. Aus aktuellem
Anlass beende ich für Heute den Dienstplan.«
»Soll ich die Jungs holen?«
»Rainer, ich bitte darum.«
Michael Korn stapfte nun ziemlich entschlossen direkt auf
Stein zu. »Würdest du uns jetzt bitte mal verraten,
um was es hier im einzelnen geht?«
»Ja, mein Lieber, sobald alle da sind.« Stein
machte es wirklich spannend und niemand konnte sich auch nur
im entferntesten vorstellen, was er im Schilde führte.
Sicher war eigentlich nur eins: eine Kleinigkeit konnte es
nicht sein, Nico hatte dem Laster angesehen dass er ziemlich
beladen war.
Kurz darauf standen alle um Stein herum und er holte tief
Luft. »Also Leute, wie ihr wisst ist heute mein letzter
offizieller Tag hier. Ich werde zwar erst morgen früh
nach Köln fahren, aber ich denke dass die beiden hier«,
dabei zeigte er auf die Männer, die im Laster gesessen
hatten, »sonntags etwas Besseres zu tun haben als hier
herumzugurken. Also haben wir das auf Heute gelegt. Das ist
übrigens Herr Kolb und Herr Trebitsch, der Fahrer. Nico?«
»Ja?«

»Würdest du bitte auf die Ladefläche
steigen und den neugierigen Personen hier sagen, was da aufgeladen
ist?«
»Ähm, ich.. Warum?«
Stein lachte. »Nun, dies ist wahrlich ein historischer
Augenblick im Leben des Camps und ich denke, du bist der richtige
Mann dafür.«
Nico sah die anderen an und zog die Schultern hoch. Dann
folgte er dem Fahrer nach hinten. Mit wenigen Griffen öffnete
er die Nylonschnur und zog sie durch die Ösen der Plane
auf. Behände schwang er sich auf die Ladefläche
und half Nico beim Aufsteigen.
In dem Wagen roch es nach Holz, und nur danach. Hellbraune
Bretter und Latten waren sauber gebündelt und gestapelt,
andere Dinge, in Folie verpackt, waren nicht zu erkennen.
Nico grübelte kurz, sah sich alles etwas genauer an.
Der Fahrer zwinkerte ihm kurz zu und winkte ihn dann zu sich.
Er hob eine Folie etwas an und zum Vorschein kam der Teil
eines Bauplans. Rasch sah Nico auf den Plan und nach dem zweiten
Blick blinzelte er den Fahrer ebenfalls an.
Dann sprang er wieder vom Laster und nun grinste er so breit
wie Stein. Dem zwinkerte er dann auch zu. »Hm, das ist
allerdings höchstinteressant.«
»Verschwört ihr euch oder was ist los?«
Rainer Bode wurde ungeduldig.
»Machen wir’s so: Dreimal dürft ihr raten«
Michael Korn hob den Finger wie in der Schule: »Material
für die Ergo.«
Nico schnippte mit dem Finger, während sein Arm einen
Bogen beschrieb. »Warm.«
Felix zwinkerte: »Lebensmittel für das nächste
Jahrzehnt?«
Stein lachte. »Klar, dass du ans Essen denkst. Aber
das ist nun völlig kalt.«
Damit waren die Betreuer auch schon am Ende.
»Nico, sag's ihnen«, ordnete Stein gekünstelt
ernst an.
»Es sind.. Hütten. Hütten aus Holz und wenn
ich es richtig verstehe, werden sie die Zelte ablösen.«
Riesige Augen ringsum und nach einem Hurra-Schrei klatschten
vor allem die Jungs über diese Neuigkeit.
Nun zog sich der Kreis um Falk Stein enger. »Ist das
so?«, hakte Bode nach, der das noch nicht richtig glauben
wollte.
»Nun, ich hab ja nichts anderes gesagt. Im übrigen,
meine Herren, die Zeit läuft. Die beiden Männer,
die das Material freundlicherweise hierher gefahren haben,
sind auch exzellente Baumeister. Sie haben bis heute Abend
Zeit, euch beim Aufbau zu helfen.«
Das erntete allerdings weniger freudige Gesichter. »Aber
keine Bange, das sind Fertigbauhütten, grade mal drei
Stück. In der Anleitung steht, dass man das fast alleine
hinkriegt. Also ich seh auf meine Uhr und würde sagen,
bis zum Abendessen sollte wenigstens eine, wenn nicht zwei
davon stehen. Jungs, ich könnte mir vorstellen, dass
ihr eure Zelte liebend gerne dafür eintauschen würdet.
Also?«
»Hey, klar!«, rief Marco als erstes und schloss
wohl geistig bereits eine weitere Begegnung mit einer Schlange
für den Rest der Tage hier aus.
»Gut. Ihr zeigt dem Fahrer den Weg. Er soll von hinten
am Bach ranfahren, das ist kürzer und der Bach führt
ja auch kaum Wasser.«
»Ich fahr mit«, entschied Nico, »hab ja
auch den Schlüssel zur Schranke.«
»Klar, wir brauchen zudem eine kompetente Bauaufsicht.«
Wieder dieses Grinsen, aus dem Nico nun wohl nie schlau werden
würde. »Aber ich denke, alle helfen mit, außer
Felix.« Er wandte sich an den Koch. »Die werden
gleich Hunger und Durst haben, also muss man etwas dagegen
tun. Lass uns mal nachsehen, was da zu machen ist.«
Innerhalb einer knappen Stunde hatten alle zusammen das Baumaterial
und die Teile der Inneneinrichtung an den vorgesehenen Stellen
abgeladen. Trebitsch, der Fahrer und wenn man so wollte, gleichzeitig
Bauleiter, stellte schnell fest, dass der Untergrund verdichtet
genug war, somit konnte man auf Fundamente verzichten. Allerdings
gehörte zum Ladegut das Lasters auch eine Art Fräse,
mit der man die Stellflächen topfeben hinbekam sowie
ein Stromaggregat, mit dem sie die Akkuschrauber aus der Werkstatt
laden konnten. Nachdem eine Stellfläche plan eingeebnet
war, begannen die Jungs und Betreuer, die erste Hütte
nach dem Bauplan zu errichten.
»Der Stromerzeuger bleibt übrigens hier«,
sagte Stein, während er mit Bode und Nico zusammen die
Rückwand montierte. »Das Ding ist schallgedämpft
und wird weiter hinten in einer Grube Platz finden.«
»Das wird ja richtig modern hier..«
»Zja, Nico, das Zeitalter der Zelte ist vorbei. Aber
ich denke, es war auch Zeit. Eigentlich habe ich immer von
einem Therapiedorf geträumt. Wenn mal alles so ist, wie
ich es möchte, kann auch im Winter der Betreib weitergehen.«
»Einem.. was?«, fragte Nico nach.
»Ja, ich denke Therapiedorf ist der richtige Ausdruck
dafür.«
»Aha, dann kommen hier auch Heizungen rein, wenn ich
das richtig verstehe. Und keine Angst, die zerlegen das Nachts
mal ordentlich?«
»Nun, damit tun sie sich keinen Gefallen. Zum einen
hat das natürlich übliche Konsequenzen, zum anderen
glaube ich nicht dass sich jemand wirklich an den Hütten
vergreift. Schlussendlich sind wir versichert, in diesem besonderen
Fall müssen wir nicht fürchten, von etwaigen Rabauken
kein Geld zu bekommen. Die Heizungen, da bin ich noch nach
einer geeigneten Lösung am suchen. Zum Glück fällt
das aber nicht mehr in meinen Schenkungsplan; Professor Roth
möchte dafür ein paar Kröten zusätzlich
locker machen und wie ich den kenne, schafft der das auch.«
Nico wischte sich den Schweiß von Stirn. Durch seine
verletzten Hände konnte er nur Handlanger für leichte
Sachen sein, aber daran störte sich niemand. »Ähm,
so ein richtiges Dorf müsste allerdings auch einen richtigen
Namen haben. Was ist übrigens mit Camp zwei? Werden die
auch so ausgestattet?«
Stein lachte. »Die werden auch, klar.«
»Mal ne dumme Frage, aber hast du im Lotto gewonnen?
Ich mein, die Dinger hier? Ich kenn zwar die Preise nicht
genau, aber 2000 Euro pro Hütte schätz ich schon
mal ein.«
»Ach Nico, mach dir darüber mal keine Gedanken,
das ist jedenfalls nichts was mich arm gemacht hat. Falls
du das befürchtest. Aber das mit einem Namen ist mir
auch schon in den Sinn gekommen.«
»Und, was dabei herausgekommen?«
»Nichts konkretes. Gibt's du mir mal n Maul voll Nägel?«
Nico reichte sie ihm, aber Falks letzten Worte waren wieder
so seltsam und geheimnisvoll. Er wollte nicht Nico Hartmann
heißen, wenn sich Falk nicht schon längst einen
Namen für das Camp ausgedacht hatte.
Zwischenzeitlich hatte Felix Gröbner ein schickes Buffet
am Sammelplatz errichtet. Dass es keine warme Mahlzeit gab
würde keiner wirklich mokieren, es war sowieso fast zu
heiß dafür. Felix stapfte auf die Baustelle und
verkündete, ein jeder könne sich bedienen, wann
immer er Lust dazu hätte.
Mehr oder weniger unbeeindruckt beobachtete Rick das geschäftige
Treiben, dazu hatte er sich einen schattigen Platz am Rande
des Camps ausgesucht.
Ȇbrigens, sie haben Antoine Herres in seine Heimatstadt
verlegt.«
Stein fluchte. »Ach du, tschuldige Nico, das war mein
Fehler. Die haben mich auf dem Handy angerufen und Bescheid
gegeben. Irgendwas kam dann weder dazwischen; ich wollte es
euch noch sagen.«
»Haben sie sonst was gesagt, ich mein, wie es ihm geht
oder so?«
»Er sei stabil soweit, kein Problem mit dem Transport.
Aber sonst? Nein, sie haben nichts weiter gesagt.«
»Schade. Na ja, kann man nichts machen. Ich hätte
mich halt gern noch von ihm verabschiedet.«
»Nico, du hast ja seine Adresse. Er freut sich bestimmt,
wenn du dich mal bei ihm meldest.«
»Werd ich machen.«
»Fast so einfach wie mit Legosteinen«, bemerkte
Roko zwischendurch, »und ich hab ne Hütte ganz
für mich allein.«
»Jep. Zwei Stunden, dann sollte so eine Kiste stehen
bei dem Tempo«, mischte Marco mit, der dabei war die
Holzdielen zu verlegen.
Immer wieder steckten sie ihre Köpfe zusammen, um die
Baupläne zu studieren und Nico konnte Steins zufriedenes
Gesicht sehen. Er hatte sich damit im Grunde selbst das schönste
Abschiedgeschenk gemacht. Die Jungs erschufen hier etwas eigenes
sozusagen und für manch einen mochte das vielleicht ein
Umdenken bewirken. Nico zuckte bei dem Gedanken zusammen.
Sie hatten nichts für Falks Abschied und es war Freitagnachmittag.
Nico hätte in dem Moment heulen können. Sicher war
Falk ein Vorbild geworden, aber auch ein Freund, das wollte
er so stehen lassen. Und jetzt hatte er nicht einmal ein Abschiedsgeschenk
für ihn.
Nach etwas über drei Stunden stand die erste Hütte.
Nico ging ein paar Meter weg davon um sich das Werk im gesamten
anzusehen.
»Geil«, sagte Marco, der zu ihm kam, im Gefolge
die anderen.
Das Blockbohlenhaus war etwa 2,50 Meter breit und an der
höchsten Stelle ebenso hoch, sowie 2 Meter tief, besaß
an der Front ein Fenster mit Fensterladen sowie die Tür,
die ebenfalls einen Fenstereinsatz besaß. Das Dach hing
1,40 Meter über und bot Schutz vor Regen, wenn man mal
vor der Hütte sitzen wollte.
Innen war sie mit zwei Betten, davon eins links, das andere
rechts des Eingangs sowie einem kleinen Tisch, zwei Stühlen
und einem Schrank für zwei Personen ausgestattet. Auf
den ersten Blick wirkte es fast spartanisch, aber gemessen
an einem Zelt war das schon der reinste Luxus. Alles in allem
aber vermittelte das Hüttchen einen gemütlichen
Eindruck und Nico war sogar geneigt, das Wort romantisch damit
in Verbindung zu bringen.
»So Jungs, jetzt sucht einen schönen Busch, den
Rest hab ich hier«, rief Stein in die Runde und zog
einige bunte Papierfahnen aus der Tasche. Applaus ertönte
auf dem Platz und wenige Minuten später baumelte ein
Busch, bestückt mit den Fähnchen, am Giebel der
Hütte; das erste Richtfest im Camp.
»Und nun macht, dass ihr was gescheites zwischen die
Zähne bekommt«, musste Stein die Jungen antreiben,
denn keiner hatte eine Pause gemacht.
»Schön, nicht?«, schwärmte Marco, der
neben Nico stand und sich das Machwerk ebenfalls betrachtete.
»Und garantiert Schlangenfrei. Wer zieht hier eigentlich
ein?«
Nico zog die Schultern hoch. »Keine Ahnung, vielleicht
hat Herr Stein dazu was zu sagen. Komm, lass uns was essen
gehen.«
Nun saßen alle auf den Baumstämmen an der Sammelstelle
und futterten die belegten Brötchen.
»Man könnte eigentlich das Camp benennen und dann
noch jede Hütte. Dann wär's doch rund, oder?«
Stein nickte und biss ein Stück einer Gurke ab. »Ja,
das ist eine sehr gute Idee, Nico. Und ich meine fast, sie
ist notwendig. Dann weiß man immer sofort was gemeint
ist; wenn sich’s dann mal rumgesprochen hat. Vielleicht
hast du ja im Lauf der Zeit eine Idee.«
»Wer soll eigentlich in die erste Hütte ziehen?«
»Das müsste tatsächlich das Los entscheiden.
Zudem werden wir heute nur noch eine Hütte fertig bekommen,
zwei der Jungs müssen die Nacht also eh noch in ihren
Zelten verbringen.«
»Soll ich auslosen?«, fragte Nico dann.
»Ja, aber erst, wenn die zweite Hütte steht.«
Gegen 19 Uhr stand auch die zweite Hütte, wobei sich
dabei schon die Erfahrung mit der ersten in der Zeit bemerkbar
machte. Allerdings mussten sich dann Trebitsch und Kolb auch
auf den Weg machen, aber allen war schnell klar geworden,
dass die Hilfe der beiden nicht mehr notwendig war. Die dritte
Hütte wollten die Jungs am kommenden Morgen errichten.
»Ein Segen dass es nicht regnet«, stellte Nico
fest, »das wäre alles, was wir jetzt nicht hätten
gebrauchen können.«
Marco stellte sich neben ihn. »Und nun müsste
man nur noch wissen, wer einzieht.«
Stein zog die Schultern hoch. »Vielleicht gibt es ja
einen oder zwei unter euch, die die letzte Nacht noch mal
so richtig im Zelt verbringen möchten. Ich meine, diese
Zeiten sind ja dann wirklich vorbei.«
Spontan meldete sich Roko Svenic. »Also ich könnt
noch ne Nacht warten.«
»Okay, dann können alle anderen schon mal mit
dem Umziehen beginnen.«
»Nein«, rief Felix, der zu der Gruppe getreten
war. »Zuerst gibt's Abendessen. Ich hab was Warmes für
euch und das duldet keinen Aufschub. Es ist lange genug hell,
umziehen könnt ihr dann immer noch.«
Damit erntete er allgemeine Zustimmung und gemeinsam gingen
alle zurück zum Hauptgebäude.
»Und, Falk, so langsam sollten wir uns wirklich etwas
mit dem Namen einfallen«, sagte Nico auf dem Weg dorthin.
»Ja, sollte es. Aber das können wir morgen noch
bereden, wenn die letzte Hütte steht.«
»Und was ist mit Camp zwei? Wann kriegen die ihre?«
»Nächste Woche.«
»Und die wissen auch nichts davon?«
»Nein, die werden genauso überrascht. Von daher:
Vergatterung. Kein Ton zu denen.«
Nach dem Abendessen gab es plötzlich Stimmen am Tisch
der Jungen und die Betreuer horchten auf.
»Zwei Stunden«, sagte Marco.
»Ich sage, zweieinhalb«, mischte Simon mit.
»Drei«, kam es von Patrick.
Stein sah abwechselnd zu Bode, Korn und Nico. »Was
geht dort ab?«
Nico stand auf und ging zum Tisch der Gruppe. »Was
macht ihr denn für ein Spielchen?«
»Kein Spielchen, Herr Hartmann. Wir wetten grade, wie
lange wir für die letzte Hütte brauchen.«
»Aha.«
Marco wischte sich mit einer Serviette über den Mund
und knüllte sie den leeren Teller. »Wir werden
die letzte Hütte heute noch hinstellen.«
Nico machte große Augen und sah fragend zu Stein hinüber.
Der jedoch zwinkerte ihm nur zu.
»Da müsst ihr euch aber beeilen, es wird ja sonst
dunkel.«
»Eben«, sagte Marco entschlossen und stand auf.
Ohne Worte folgten ihm die anderen hinaus aus dem Speiseraum.
»Die wollen tatsächlich da noch mal ran«,
sagte Nico verblüfft und kam sich wieder an den Betreuertisch.
Stein setzte wieder sein berühmtes Grinsen auf. »Ich
hätte jede Wette verloren, wenn es nicht so gekommen
wäre.«
»Du hast.. dir das schon gedacht?«, fragte Korn.
»Klar. Habt ihr nicht gesehen wie die ran sind? So
was nenn ich Motivation«, antwortete Stein.
»Und wir helfen nicht?«, wollte Bode von ihm
wissen.
»Haben die uns gefragt?«
»Nö.«
»Na, denn müssen wir uns raushalten. Todsicher,
dass mit Einbruch der Dunkelheit die dritte Hütte steht.«
Nico lachte. »Da will ich jetzt auch keine Wette abschließen.«
Stein stand auf und ging zur Tür. »Ach, Nico..
kommst du mal eben?«
Sie gingen vor das Gebäude und Nico zündete sich
eine Zigarette an.
»Ich hab dir ja eigentlich so manches zu verdanken«,
begann Stein.
Nico unterbrach ihn wedelnd mit den Händen. »Darüber
will ich nichts hören. Ich hatte es Rainer schon gesagt:
Sobald ich hier schon aufgetaucht bin, egal wann auch immer,
ist irgendeine Scheiße passiert. Entschuldige dieses
Wort, aber es ist so. Es ist auch schon soweit, dass ich direkt
Bammel hab vor den kommenden zwei Wochen. Zumal du dann nicht
mehr hier bist.«
Zum ersten Mal sah Nico so etwas wie Ernsthaftigkeit in Steins
Blick. »Du weißt, dass das nicht stimmt. Nichts,
aber auch gar nichts von dem was hier passiert ist, hatte
etwas mit deiner Anwesenheit zu tun. Ich sehe es eben so,
dass diese Dinge auf deine Aufmerksamkeit zurückgeführt
werden können. Deine und all denen, die daran beteiligt
waren.«
Nun waren bereits aus der Ferne die Geräusche von Hammer,
Säge und Akkuschrauber zu hören.
»Oh Mann, gehen die ans Werk. Ich glaub, die wollen
es wirklich wissen.«
»Tja, vielleicht solltest du dich einfach mal dort
umsehen. Es ist ja schön dass die so vehement da werkeln,
aber mir wäre wohler wenn einer von uns dabei ist.«
Nico stimmte zu. »Ich wäre auch so mal rüber.
Bis später mal.«
»Eher nicht. Ich räume heute Abend die letzten
Sachen aus der Wohnung, aber morgen zum Frühstück
bin ich wieder da.«
Sie verabschiedeten sich und Nico schlenderte mit Rick im
Geleit über den Sammelplatz zum Camp.
Er blieb am Waldrand stehen und beobachtete die Jungs bei
ihrer Arbeit. Keiner stand irgendwie herum, es gab keine harschen
Worte oder überstürzte Hektik. Lange dauerte es
nicht, bis Nico denjenigen ausfindig gemacht hatte, der gewissermaßen
das Zepter dort in der Hand hielt. Klare Anweisungen, die
keinen Zweifel an einer gewissen Kompetenz zuließen,
kamen eindeutig von Marco. Er ist wie du, dachte Nico und
setzte sich auf eine größere Wurzel. Rick legte
sich neben ihn ins Moos und gähnte. »Ja ja, das
Hundeleben ist schwer, ich kann's verstehen«, lachte
Nico und streichelte über Ricks Fell. »Noch ein
Tag, dann ist dein Herrchen fort. Aber ich glaub, wir beide
kriegen das hin.«
Nico fand es spannend, dem Aufbau der Hütte zuzusehen.
Minütlich nahm das kleine Gebäude Größe
und Form an, nur gelegentlich stellte sich einer der Jungen
beiseite um etwas zu trinken oder einen Blick auf den Plan
zu werfen, den sie vor der Hütte auf dem Boden ausgebreitet
hatten. Aber vielleicht war es noch etwas anderes, was Nicos
Aufmerksamkeit auf sich zog. Die Jungen hatten ihre Hemden
ausgezogen und wuselten mit nacktem Oberkörper dort herum.
Selbst der schmächtigste unter ihnen, den er in Simon
sah, machte eine gute Figur bei der Sache. Aber das zweifellos
anmutigste Muskelspiel lieferte Marco ab. Eine Wonne ihm zuzusehen,
dabei spielte die Art der Bewegung gar keine Rolle. Egal ob
er sich bückte oder streckte, etwas anhob oder sonst
wie hantierte.
Plötzlich fuhr Rick hoch und sah auf den Pfad in den
Wald hinein. Nico schenkte dieser Reaktion keine Beachtung,
wahrscheinlich war Michael oder Rainer hierher unterwegs.
Aber es kam niemand. Nico sah in den Wald und horchte. »Rick,
was ist los?« Einzig die Möglichkeit, es könnte
sich wieder um ein Tier handeln das sich merkwürdig benahm,
veranlasste Nico dann doch, aufzustehen. »Soll ich mal
nachsehen?«
Rick stand nun da und starrte weiterhin in den Pfad hinein.
Schließlich drehte sich der Husky und schnüffelte
mit hochgehobener Schnauze in die Luft. Merkwürdig nur,
dass der Rüde keinen Ton von sich gab. Doch dann sah
er Nico wieder an und setzte sich, worauf der sich ebenfalls
beruhigte.
Langsam brach die Dämmerung in den Wald herein, aber
das Ende des Werks der Jungen war abzusehen. Sie turnten teilweise
auf dem Dach herum, zwei begannen damit, die Inneneinrichtung
hineinzutragen.
»Komm Rick, die sind gleich fertig. Muss ja nicht sein,
dass die uns hier sehen.«
Die beiden machten sich dann auf den Weg zurück und
nun spürte Nico doch jeden Knochen, obwohl er sich nicht
grade ins Zeug gelegt hatte. »Rick, heute Nacht penn
ich wie ein Toter, da glaub mal dran.«
Als er sein Zimmer betrat, bleib er zunächst völlig
baff stehen. Mitten im Raum prangte ein Standventilator und
brummte leise hin- und herschwenkend vor sich hin. Auf dem
Schreibtisch sah Nico einen großen Zettel liegen.
„Damit dir hier nicht allzu heiß wird. Viel Freude
damit wünscht dir Falk.“
Nico setzte sich auf das Bett und schüttelte langsam
den Kopf. Falk machte einen den Abschied in der Tat nicht
leicht. Und er hatte nichts, was er ihm schenken konnte. Aber
es war so oder so nicht einfach, etwas für ihn zu finden.
So sehr sich Nico auch anstrengte, er kam nicht dahinter ob
Falk schon einmal einen gewissen Wunsch geäußert
hatte. Rasch verließ er das Zimmer und suchte im Gebäude
nach den anderen Betreuern. Aber er traf nur Felix Gröbner
an, der sich grade anschickte nach Hause zu fahren.
Der konnte ihm auch keine genaue Auskunft geben. »Keine
Ahnung. Falk, okay, der ist nach Hause, aber Michael und Rainer,
ich weiß nicht wo die sind. Ich mach jedenfalls Feierabend.
Bis Morgen dann.«
»Ciao«, rief ihm Nico hinterher, dann fuhr Gröbner
vom Gelände.
Rainer Bode hatte Bereitschaft, allzu weit konnte er nicht
sein und so zog sich Nico in sein Zimmer zurück. Duschen
wollte er erst später, denn es war anzunehmen, dass die
Jungs gleich hier auftauchen würden. Um gewissen Dingen
aus dem Weg zu gehen schien es angebracht, Marco nicht öfter
zu begegnen als nötig; zudem war wohl sein Hormonhaushalt
ziemlich durcheinander geraten. Er legte sich auf das Bett
und wollte nichts weiter tun als die Zeit totschlagen, bis
Ruhe im Gebäude eingekehrt war. Das konnte zwar spät
werden, aber er hatte Zeit. Zeit, in der er auch an Stefan
denken konnte. Vor allem daran, wie sie an manchen Freitagabenden
übereinander hergefallen waren. Wie oft wurde es da richtig
spät oder sogar früh. Erstaunlich, wie er nun im
nachhinein feststellte, dass diese Spielchen nie einseitig
stattfanden. Sie hatten immer beide Lust und auch wenn sie
längere Zeit zusammen sein konnten, im Urlaub zum Beispiel,
hatten sie meist in der gleichen Minute die gleiche Idee.
Er musste grinsen, als ihm dazu jene Fahrradtour einfiel,
auf der sie sich an einem Samstagmittag befanden. Plötzlich
hatte Stefan angehalten und ohne Umschweife zu Nico gesagt:
„Ich bin geil.“ Wenige Minuten später waren
sie mit ihren Rädern im neben dem Weg liegenden Gerstenfeld
verschwunden und da sie allein auf weiter Flur waren, ohne
Scheu zur Sache gekommen. Sicher, viele solcher kleinen Eskapaden
gab es nicht, aber die wenigen waren in Nicos Kopf verankert.
So deutlich, dass er jetzt nichts gegen eine Erektion tun
konnte.
Rick war noch irgendwo draußen und ihm war es sicher
egal, wenn die Tür aus Selbstschutz geschlossen blieb.
Schließlich zog Nico die Vorhänge zu, die waren
aus dichtem Stoff und undurchsichtig. Er zog sich aus, legte
sich nackt auf das Bett und durch nichts wollte er sich jetzt
stören lassen, auch durch ablenkende Gedanken nicht.
Längst war sein Schwanz steif geworden und wartete auf
zärtliche Hingabe, womit Nico auch nicht lange wartete.
Dass Marco in seinem Kopfkino nun sein Denken und auch Handeln
bestimmte nahm er hin, nichts sprach dagegen und ansehen würde
man es ihm schließlich auch nicht. Stimmen drangen nun
an sein Ohr, die Jungs schienen sich auf dem Weg zum Duschraum
zu befinden. Demnach konnte man darauf schließen, dass
ihr Werk vollendet war. Wer in welche Hütte umzog würde
ihre Sache sein, es gab ja keinen Belegungsplan.
Dann hielt er doch inne; die Stimmen lenkten ihn zu sehr
ab. Es wurde gelacht und scheinbar auch Blödsinn gemacht.
Es klang so unbeschwert, als wären die Jungen auf Urlaub
hier. Sicher, für manchen war das wohl das erste Mal
dass er überhaupt aus dem Milieu herauskam, etwas ganz
anderes um sich hatte. Trotzdem schienen sie wenigstens im
Augenblick den Sinn ihres Aufenthalts hier vergessen zu haben
und Nico zumindest fand das gut. Er hörte Marcos Stimme
heraus, was ihn dann in seiner Handlung weitermachen ließ.
Die Vorstellung, jetzt da drüben neben ihm zu stehen
machte es ihm leicht, an den Rand des Orgasmus zu kommen.
Ein leises Klopfen an der Tür jedoch unterbrach alle
erotischen Gedankengänge. Im Grunde hätte er nicht
zu reagieren brauchen, aber am Ende konnte man nie wissen.
»Moment«, rief er und wartete ein paar Augenblicke,
bis seine Erektion in sich zusammenfiel. Die Frage, wer draußen
stand, unterließ er, allerdings entwich ihm bei der
Gelegenheit dennoch ein Fluch. Er schnappte seine Boxer und
zog sie über, wartete noch einen Moment, bis sich die
Beule auf unverdächtige Größe verkleinert
hatte und öffnete die Tür einen Spalt. »Marco?«
Nico konnte sich beim Anblick des Jungen ein Grinsen nicht
verbeißen, fragte aber jetzt nicht, was der schon wieder
von ihm wollte. »Wie siehst du denn aus?«
»Lach du nur. Das Wasser läuft nich mehr.«
Marco war teilweise mit Schaumflocken geziert und nur ein
umgebundenes Handtuch zierte seinen Körper.
»Was ist los?« Nico zog die Augenbrauen hoch.
War das nun ein Scherz oder nicht?
»Guck’s dir an. Die Jungs sehen alle so aus wie
ich.«
Nico schüttelte lächelnd den Kopf und folgte Marco
in den Duschraum. Marcos nasse Fußspuren waren auf dem
Laminatboden zu sehen und das sah irgendwie lustig aus.
Da standen die anderen im Duschraum, drei von ihnen völlig
nackt, die anderen hatten ebenfalls ihre Handtücher um
die Hüfte gebunden.
»Scheißwasser. Nix geht mehr«,
fluchte ihm Roko entgegen. Nico wusste im Augenblick nicht,
wie er sich verhalten sollte. Wenn es ein Scherz war, würde
er pudelnass werden, sollte er einen Test machen wollen. Aber
soweit musste er nicht gehen. Simon, einer der noch nackt
unter der Dusche stand, schraubte demonstrativ an der Armatur.
Doch außer dem typischen quietschen des Gewindes tat
sich nichts.
»Weder kalt noch warm«, stellte Simon dazu lapidar
fest.
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